16 November 2019

Rezension zu: Autismus - Eine Bedienungsanleitung

𝕎𝕖𝕣𝕓𝕦𝕟𝕘 | ℝ𝕖𝕫𝕖𝕟𝕤𝕚𝕠𝕟𝕤𝕖𝕩𝕖𝕞𝕡𝕝𝕒𝕣 | 𝟜 𝕃𝕚𝕝𝕚𝕖𝕟  
Autismus - Eine Bedienungsanleitung | Eva Baumann | 64 Seiten | Selfpublish
𝓚𝓵𝓪𝓹𝓹𝓮𝓷𝓽𝓮𝔁𝓽 Diagnose Autismus - was für Autisten selbst oft Erleichterung mit sich bringt, weil das Anders-Sein endlich einen Namen hat, wirft für Freunde und Angehörige oft Fragen auf:
Wie gehe ich mit Autisten am besten um? Welchen Herausforderungen stellen sie sich tagtäglich, bei denen ich unterstützen kann?
Die Autorin führt in liebevoll illustrierten Artikeln durch die Welt der Autisten. Sie erklärt aus der Sicht einer Asperger-Autistin die so anders wirkende Gedanken- und Gefühlswelt und gibt konkrete Handlungsvorschläge, die das Verstehen und den Umgang mit Auties erleichtern können.
𝓜𝓮𝓲𝓷𝓮 𝓜𝓮𝓲𝓷𝓾𝓷𝓰 
Diesem Büchlein bin ich zum ersten Mal begegnet als ich die Longlist für den Deutschen Selfpublishing-Preis 2019 durchgeschaut habe. Allerdings habe ich mir es damals noch nicht genauer angesehen, weil ich über die Sachbuch & Ratgeberliste immer drüber scrolle. Als ich dann beim Projekt Perlenband als Blogger mitmachen durfte, ist mir das Buch erneut begegnet und ich habe mal einen ausführlicheren Blick gewagt und mich entschieden, dass ich es gerne lesen möchte.

Im Rahmen meiner Lehramtsausbildung habe ich schon Fachartikel über Autismus gelesen, aber noch nie wirklich etwas aus der Sicht von Aspies selber. Daher war ich sehr neugierig, was Eva, eine selbst-diagnostizierte Aspie, uns Lesern zu sagen hat. "Selbstdiagnostiziert" war übrigens auch so eine Wort, bei dem ich das Buch erstmal aus der Hand legen musste und am PC recherchierte, wieso man sich selbst diagnostizieren sollte und nicht einfach einen offiziellen Test macht. Aber als ich gelesen habe, welche Nachteile durch eine solch offizielle Diagnose entstehen können, kann ich es nachvollziehen, dass man das nicht in seiner Krankenakte stehen haben möchte.

Nun aber zum Inhalt des Buches. Als Leser darf hier nicht erwarten, dass alle Ausprägungen des Autismus in aller Ausführlichkeit erklärt und dargestellt werden. Die Autorin erzählt von sich und wie es sich bei ihr ausdrückt. Gleichzeitig wird durch das Wörtchen "wir" aber auch verallgemeinert. Dabei wird aber immer wieder betont, dass Autismus sich bei jedem anders ausdrücken kann. Ebenfalls wird uns NTs erklärt, wie wir am besten mit Autisten umgehen können bzw. was zu beachten ist. Klar, wenn man Autisten im Freundeskreis hat, lernt man darüber sicherlich, welche Reaktion für diese Person am besten ist, wenn da mal eine Reizüberflutung auftaucht und alles zu viel wird. Allerdings ist es hilfreich Tipps zu bekommen, wenn man einen Autisten eben nicht durch den Freundeskreis kennt, sondern vielleicht nur über die Arbeit.

Nach dem Lesen hatte ich das Gefühl, dass ich vieles, was ich durch Fachartikel kannte, hier wieder fand. Nur halt aus der persönliches Sicht, was viel eindrücklicher ist. Ich kann mir dieses Buch als sehr nützlich vorstellen, wenn man jemanden an den Autismus heranführen will. Weiß nicht, vielleicht Eltern, die darüber den Rest der Familie und den Freunden einen ersten Einblick geben wollen. Als "Bedienungsanleitung" würde ich das Buch aber nicht betiteln wollen. Eben weil es nur einen kleinen Einblick gibt und ich bei einem Ratschlag jetzt schon weiß, dass ich ihn nie umsetzen könnte und er mich total verwirrt hat. 

Übrigens kann ich zu den im Klappentext erwähnten Illustrationen nichts sagen, weil mein ebook da ein klein bisschen fehlerhaft war und sie mir nicht angezeigt wurden.

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