01 Juli 2019

Rezension zu: Die Stunde des Assassinen

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Assassinen - dieses Wort reicht, um mich neugierig zu machen. Also kaufte ich mir vor einiger Zeit den Reihenstart "Die Stunde des Assassinen" von R. J. Barker, welches im Heyne Verlag erschienen ist. Das Buch hat 464 Seiten und der zweite Band ist auch schon erschienen. 
Inhalt: Girton Klumpfuß ist kurz davor, einer der besten Auftragsmörder des Landes zu werden, schließlich geht er bei Meister Karn in die Lehre, einer lebenden Legende im Geschäft mit dem Tod. Eines Nachts werden Girton und sein Meister jedoch an den Königshof gerufen: Innerhalb der dicken Steinmauern von Burg Maniyadoc wispert man hinter vorgehaltener Hand von einem geplanten Attentat auf den Kronprinzen. Getreu dem Motto "Um einen Mörder zu fangen, musst du einen Mörder schicken" heuert die Königin die beiden Assassinen an, um das Attentat zu verhindern. Weder Girton noch Meister Karn ahnen, dass der Anschlag auf den Prinzen erst der Beginn einer Reihe von Verschwörungen und Intrigen ist, die das gesamte Königreich in einen grauenhaften Krieg stürzen könnten, der auch vor loyalen Assassinen nicht haltmacht ...

Obwohl ich schon durch den Klappentext ahnte, dass ich hier nicht nur Assassinentätigkeiten zu erwarten habe, war ich doch überrascht, wie wenig diese am Ende überhaupt in der Geschichte vorkamen. Irgendwie hatte ich nicht das Gefühl ein Buch über Assassinen zu lesen, aber wenn ich diese Erwartungen ausklammere, dann habe ich eine spannende Geschichte mit einem interessanten Charakter erhalten. Girton Klumpfuß - der Name sagt schon viel aus über unseren Hauptcharakter. Doch trotz seiner Behinderung erleidet Girton nicht das Schicksal, was ihm als Kind zugedacht wurde. Statt als Sklave zu enden oder sein Blut dem verseuchten Land zur Heilung zu überlassen, wird er zum Assassinen ausgebildet. Von der Ausbildung bekam ich als Leser wenig mit. Wir treffen ihn und seinen Meister zu einem Zeitpunkt, wo Girton schon eigene Wege hätte gehen können, weil er alles gelernt hat. Besondere Techniken, die uns und ihn selbst noch im Laufe der Handlung zu überraschen wissen. Girton entwickelt sich trotzdem stark weiter. Schon allein aus dem Grund, dass er wieder unter Gleichaltrigen kommt und seine erste Liebe erfährt. Ich fand es echt schön zu lesen, wie er Dinge erkennt und sein bisheriges Leben hinterfragt. Besonders als er erfährt, welche Geheimnisse sein Meister vor ihm hatte.

Die Handlung selbst ist spannend durch Girtons Innenleben und seine Auseinandersetzung mit der neuen Erfahrung. Die Aufdeckung der Intrige bzw. dem Auffinden des Auftraggebers war ganz schön "lose". Girton berichtet seinem Meister immer nur, aber ein wirklicher Austausch zwischen den beiden findet nicht statt. Sie diskutieren nicht über ihre Ideen. Stattdessen hatte ich das Gefühl, dass Merela nur seine Informationen nimmt ohne ihre zu teilen. Da konnte ich gar nicht so miträtseln, was schade war.

Der Weltenaufbau klingt interessant. Besonders die Reittiere fand ich toll. Was ich allerdings nicht so durchdringen konnte, war das Magiesystem. Grob habe ich es verstanden, aber die Feinheiten nicht. Da erwarte ich mehr vom zweiten Band.

Der Schreibstil hat meinen Geschmack getroffen. Ich würde es als eine Art Autobiografie beschreiben. Girton erzählt uns von seiner Vergangenheit. Sehr bildhaft, sehr ansprechend. Mit kleinen Hinweisen auf Dinge, die der junge Girton so gesehen hat und das der alte Girton dies jetzt anders bewerten würde.

Alles in allem ist es ein Roman voller Intrigen und dem Kampf um den Thron und Girton wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Nur Assassinen habe ich hier nicht wirklich gesehen. Zumindest nicht so, wie ich mir sie in einem Buch vorstelle. Sie waren eher verdeckt ermittelnde Detektive.


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