24 Januar 2019

Rezension zu: Das Blut der sieben Könige

Werbung | Rezensionsexemplar
Als ich Das Blut der sieben Könige von Régis Goddyn bei Netgalley sah, wollte ich das Buch unbedingt lesen. 440 Seiten HighFantasy aus dem Cross Cult Verlag und dazu ein Klappentext, der auf eine spannende Geschichte hoffen ließ:
Es gibt zwei Arten von Menschen. Jene mit gewöhnlichem rotem Blut und jene mit blauem. Letztere nennt man Wiedergänger. Das blaue Blut verleiht ihnen besondere Fähigkeiten – Langlebigkeit, übermenschliche Stärke oder außergewöhnliche Schnelligkeit. In manchen Fällen schenkt es ihnen sogar sensorische Kräfte und die Fähigkeit, die Realität zu beeinflussen. Legenden erzählen von sieben blaublütigen Königen, welche die Welt eroberten und tausend Jahre lebten. Nun herrschen ihre Nachkommen im Adel und der Armee. Doch was ist Wahrheit und was nur Propaganda, um die feudale Hierarchie aufrechtzuerhalten?
Anfangs bin ich sehr schwer in die Geschichte hineingekommen. Es wird sehr detailliert von der Landschaft und den Bauten geschrieben und ich konnte mir dadurch die wichtigen Orte auch sehr gut vorstellen. Allerdings ist unter den ganzen Beschreibungen der Start der Handlungen etwas untergangen. Alles beginnt mit der Entführung zweier Kinder, die etwas Großes ins Rollen bringt. Geheime Befehle des Königs treten in Kraft, bei denen die Handelnden selbst ziemlich im Dunkeln tappen. Es ist von Rebellen die Rede, einem Pakt und einer großen Gefahr von Seiten der einfachen Wiedergeborenen. Die Scheiterhaufen brennen wieder und abseits von diesem ganzen Chaos schlägt sich der Protagonist Orville durch die Berge, um den entführten Kindern zu folgen.
Orvilles Weg war für mich noch sehr verständlich, aber alle Handlungsstränge, die beim König des Ersten Reiches spielten, war ein ziemliches Durcheinander, bei dem ich einfach nicht mitgekommen bin. Zu viele Andeutungen und irgendwann habe ich einfach nur noch gehofft, dass irgendwann einmal klar gesagt wird, was genau der Pakt besagt und wie die Garde da mitspielt und vor allem, wieso die Wiedergeborenen des Adels, die ja nicht auf dem Scheiterhaufen landen wie die des einfachen Volkes, bereit sind so zu leben wie sie leben müssen. Und als ich dann nach guten 150 Seiten endlich das Gefühl hatte, bei dieser blauen Blut Sache durchzusteigen, gab es neue Informationen, die ich nicht einzuordnen wusste. Letztens Ende kann ich nur sagen, dass ich nur einen groben Überblick über die politischen Entscheidungen der Vergangenheit und Zukunft habe, die ganze Religion um das blaue Blut nicht verstehe und ich beides richtig nervend fand. Ich will doch verstehen, worüber ich lese und mich auf eine Seite stellen können. Obwohl die Rebellenseite eigentlich gar nicht auftaucht, sondern sie nur ein Mythos ist, der den Herrschern große Angst einjagt. Im Zweifel jedoch für die Rebellion :)

Orvilles Handlungen habe ich allerdings gerne verfolgt. Durch ihn wurde mir schnell klar, dass da neben roten und blauen Blut noch etwas Anderes im Raum steht. Etwas wovon Orville selber keine Ahnung hat. Allerdings ist ihm zum Glück sehr schnell bewusst, dass in einer Zeit, wo die Scheiterhaufen lodern, merkwürdige Ereignisse lieber unerzählt bleiben sollten. Ich kann nicht sagen, dass Orville mir sympathisch ist oder ich mit ihm gelitten hätte, bei dem was er so durchmachen musste. Dafür wird zu distanziert erzählt. Es ist mehr ein Beobachten als ein Miterleben. Aber Orville ist ein interessanter Charakter, der tut was getan werden muss, und ein guter Menschenkenner zu sein scheint. Auch wenn er und allgemein die Männer in diesem Buch anscheinend nicht viel von Frauen halten. Bzw. ich das Gefühl hatte, dass Frauen eigentlich nichts zu sagen haben. Sie tauchen allerdings auch kaum auf. Nur zum Ende des Buches scheint für den nächsten Band und die weitere Handlung ein junges Mädchen eingeführt worden zu sein, die vielleicht noch eine größere Rolle spielen wird.

Dadurch, dass ich anfangs kaum etwas von der Welt verstanden hatte und kurze Zeit übers Abbrechen nachdachte und der Tatsache, dass ich am Ende des Buches wieder total verwirrt war, hat leider auch die Spannung gelitten. Orvilles Weg hat seinen Charakter zwar stark weiterentwickelt, aber auch da konnte ich nicht so mitfiebern. Für mich lag das auch viel am Schreibstil. Er war mir zu distanziert. Zu beschreibend. Ich gewöhnte mich an ihn, aber diese Art des Erzählens berührt mich leider nicht so wie andere Arten.

Da das Buch mich mehr aufgeregt hat, als das es mir Freude bereiten konnte, allerdings einen guten Mittelteil hatte und mir die Idee der Welt, soweit ich sie verstanden habe, gefiel, bekommt es von mir zwei Lilien.

1 Kommentar:

  1. Huhu,

    eigentlich war ich sehhhhr nah dran diesem Cover und dem Klappentext zu verfallen. Jetzt bin cih mir gar nicht mehr so sicher XD Du klingst zumindest weniger Begeistert als ich gerade gehofft habe. ^^ Kann aber verstehen, das wenn man gefühlt nicht weiß was der Autor von einem will das Lesevergnügen hinkt.

    Tintengrüße von der Ruby

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