23 Dezember 2018

Rezension zu: Hexensold

Ein neues Galgenmärchen aus der Feder von Nora Bendzko hat das Licht der Welt erblickt. Und ihr wisst ja, ich liebe ihre Galgenmärchen. Daher war ich auch super gespannt auf Elegios Geschichte. In Hexensold, welches 482 Seiten hat, wird das Märchen von Rapunzel adaptiert, aber auch andere Märchen und Sagengestalten lassen sich entdecken. Ich habe das Buch schon länger beendet, aber mir fällt es sehr schwer, meine Gefühle für dieses Buch auszudrücken. Ich bin mit dieser Rezension immer noch unzufrieden, aber ich will jetzt auch nicht noch zwei weitere Wochen lang versuchen, eine zu schreiben, die mir selbst gefällt. Hexensold bekommt von mir aber auf jeden Fall seine verdienten 5 Lilien.

Hexensold ist düster und brutal. Hass und Angst treibt die Handlung voran, aber trotzdem schwingt immer ein Hauch von Hoffnung mit. Ich war wieder mal komplett überwältigt von Noras Schreibstil. Sie schreibt sehr bildhaft ohne dass es dabei ausartet. Emotionen kamen sehr gut bei mir an.

Elegios Geschichte beinhaltet Zeitsprünge. Wir lernen ihn als Kind kennen und zum Ende des Buches ist er ein erwachsener Mann. Er ist nicht wie Grimms Rapunzel im Turm gefangen, sondern er kann ihn verlassen. Aber trotzdem ist Elegio nicht frei. Ihn halten keine Mauern fest, sondern seine Vergangenheit, seine Erziehung, seine eigenen Ängste, die Vorurteile der anderen. Rapunzel muss hier nicht auf einen Prinzen warten, der sie rettet. Hier muss Rapunzel selbst erkennen, wie sie sich befreien kann.

Elegios Weg zur Selbsterkenntnis wird durch eine düstere Rahmenhandlung begleitet. Wir befinden uns im 30jährigen Krieg. Er sieht Freunde sterben, arbeitet selbst als Assassine und die Hexenjäger haben auch bald Rapunzel im Blick. Ich habe die Handlung so empfunden, dass wir mehrere abgeschlossene Episoden haben, die Elegios Charakterentwicklung immer weiter vorantreiben. Durch wiederkehrende Personen und neue Erkenntnisse zu den Personen sind diese Handlungsepisoden aber gut miteinander verknüpft, sodass sie nicht einzeln stehen, sondern ein roter Faden die Abschnitte miteinander verbinden.

Die Geschichte war spannend, traurig, wunderbar und ich habe einfach so gehofft, dass Elegio ein gutes Ende finden wird. Etwas was bei den Galgenmärchen nicht selbstverständlich ist. Sie tragen ja nicht umsonst das Wörtchen "Galgen" im Reihentitel.


0 Gedanken hierzu:

Kommentar posten

Mit dem Absenden eines Kommentars akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung und geben ihr Einverständnis, dass ihre Daten gespeichert und weiterverarbeitet werden.
Kommentare erscheinen erst nach der Freischaltung durch den Seiteninhaber, um Spamkommentare zu verhindern.