13 November 2018

Shark-Blogtour: Interview mit Phil


Werbung | unbezahlte Kooperation |
„Phil Miller ist für alles Künstlerische zuständig.“ So wurde Julian und auch uns Leser Phil im ersten Band „Tanz der Ikonen“ vorgestellt. Und am Ende des Buches wussten wir sicherlich alle, was genau sich hinter diesem Satz verbirgt. Auch im zweiten Band darf Phil sein Talent im „Künstlerischen“ beweisen. Ansonsten erfahren wir nur das Nötigste über Phil und im zweiten Band klärt sich so einiges, was sein Verhalten gegenüber Julian erklärt. Aber darüber schweige ich lieber, denn das sollt ihr Leser ja selbst herausfinden.

Schauen wir doch lieber, was ich über Phil herausfinden kann.

Phil, deinem Akzent nach bist du in Amerika aufgewachsen. Wo hast du dort gelebt und was hat dich nach Wien geführt?

Ich bin in New York aufgewachsen, genauer gesagt an der Upper Eastside. Nachdem ich von zu Hause ausgezogen bin, habe ich mir ein Loft im Meatpacking District genommen, dort haben viele Künstler ihre Ateliers. Nach Wien bin ich auf Alexanders Einladung gegangen. Den Grund dafür kann ich nicht verraten, sonst ruiniere ich die Spannung im Buch. So viel vielleicht: Alexander hat gute Kontakte und er ist bereit, mich gut zu bezahlen und mir regelmäßig Aufträge zu vermitteln oder mir selbst welche zu geben.

Hast du Familie hier in Wien?

Nein, meine Eltern leben in New York.

Du hast Kunst studiert, bist Restaurator und malst selbst. Welchen Stil bevorzugst du? Und kann man deine Werke in Ausstellungen betrachten?

Ich habe mich auf keinen bestimmten Stil festgelegt, der Stil ergibt sich bei mir aus dem Thema, und ich probiere immer wieder etwas Neues aus. Mein persönlichstes Bild hat etwas Expressionistisches, und die New-York-Serie wirkt durch die Verzerrungen ein wenig kubistisch. Mich reizt das Handwerk mehr als das Bild, vielleicht habe ich deshalb nie den Durchbruch geschafft. Ab und zu habe ich kleinere Ausstellungen, ich kann dir ja das nächste Mal eine Einladung schicken.

Gegenüber Julian erwähnst du, dass deine Arbeit und vor allem die Schnelligkeit, mit der du gute Qualität abliefern kannst, vom Team als selbstverständlich hingenommen wird. Findest du, dass man dir und deiner Arbeit mehr Respekt zollen sollte?

Als ich das gesagt habe, war ich stinksauer. Ich arbeite nicht gern unter Zeitdruck, und seit Alexander mit Julian zusammen ist, weicht er Gesprächen mit mir aus. Du kannst dir denken, wie wütend ich war, dass dann ausgerechnet Julian gekommen ist, um die Arbeiten abzuholen. Aber das mit dem Respekt stimmt so nicht, Alexander respektiert und schätzt meine Arbeit sehr wohl. Er zahlt wirklich gut und er spart auch nicht mit Lob. Dragan geht mir mit seiner Show auf die Nerven, der nützt jede Gelegenheit, sich mit seinem digitalen Mist in Szene zu setzen. Als ob Gebrauchsgrafik und Bildschirmpräsentationen etwas Besonderes wären.

Als du damals bei Merahwi & Martin angefangen hast, wusstest du in welchem Metier sich Merahwis Aufträge befinden und reizt dich diese Gefahr?

Zuerst schanzte Alexander mir Restaurierungen zu, alles legal. Für ihn selbst restaurierte ich wenig, weil er ja vorwiegend zeitgenössische Kunst sammelt. Und irgendwann fragte er mich, ob ich auch etwas Heikles übernehmen würde, was nicht ganz astrein ist. Er hat immer mit offenen Karten gespielt, weil wir uns gegenseitig vertrauen. Ohne Vertrauen könnte man diesen Job gar nicht machen. Solche Aufträge übernehme ich nur für ihn, um keinem Spitzel auf den Leim zu gehen und mich nicht erpressbar zu machen.

Apropos Merahwi & Martin, vom zweiten Geschäftsführer hört man nicht viel. Wird er eigentlich in eure Aufträge eingeweiht oder erfährt er nur das Notwendigste?

Im zweiten Band erfährt man deshalb nichts von ihm, weil er gerade auf Urlaub ist. Das stand sogar in der Rohfassung, ist dann aber rausgeflogen, weil die Szene zu langweilig war. Mir ist nicht ganz klar, wie viel er wirklich weiß. Irgendwie muss Alexander ihm ja erklären, warum er das Team und den ganzen technischen Schnickschnack braucht und auch noch extrem gut bezahlt. Aber in Details wird er nicht eingeweiht. Wahrscheinlich hält er es in dieser Beziehung mit den drei Affen: Nichts sehen, nichts hören, nichts sagen. Damit er den Ahnungslosen spielen kann, wenn wir einmal auffliegen sollten.

Kommen wir zu der Frage, die mich am meisten interessiert. Nein, eigentlich steht sie nur an zweiter Stelle, aber die andere darf ich wegen zu großer Spoilergefahr nicht stellen. Es zeigte sich ja schon zum Ende des ersten Bandes, dass du Julian gegenüber reservierter auftrittst und auch im zweiten Band wird es nicht sonderlich besser. Wünschst du dir, dass er das Team verlässt?

Ja. Klipp und klar. Er wickelt alle mit seinem Charme um den Finger und macht sich an Alexander ran. Er drängt sich in etwas, wo er nichts verloren hat, und ich bin offenbar der Einzige, der das sieht.

Und eine letzte Frage. Gibt es etwas, was die Autorin nicht in eure Geschichte hätte einbauen sollen? Oder etwas was deiner Meinung nach fehlt?

Das ist immer eine Gratwanderung, genauso wie bei einem Bild. Gibst du zu viel hinein, machst du es kaputt. Sie arbeitet eher wie ein Bildhauer und meißelt den Roman aus dem Material heraus, nimmt also so lange etwas weg, bis nur mehr das Wesentliche dasteht. Natürlich hätte ich mir gewünscht, dass sie mehr über Tom erzählt oder auch über mich. Ich glaube, das wünscht sich jeder von uns. Stella und Jan würden das auch verdienen, Dana sowieso. Ich persönlich würde auch gerne mehr über Julians Nachbarinnen erfahren, über die WG-Mädels. Es ist aber nun einmal die Geschichte über die Fälle und über Alexanders Beziehung mit diesem unsäglichen Kerl. Ich denke, in den nächsten Bänden kommt noch mehr über uns alle, immer stückchenweise. Und sie hat etwas anklingen lassen, dass gerade die Beziehung zwischen Alexander und mir noch einen größeren Rahmen braucht.

Nun, dann bin ich sehr gespannt. Vor allem auf letzteres. Vielen Dank für deine Zeit!

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen

Mit dem Absenden eines Kommentars akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung und geben ihr Einverständnis, dass ihre Daten gespeichert und weiterverarbeitet werden.
Kommentare erscheinen erst nach der Freischaltung durch den Seiteninhaber, um Spamkommentare zu verhindern.