29 November 2018

Rezension zu: Ariz

Werbung | Rezensionsexemplar
Ariz von Tanja Rast ist jetzt mein viertes Buch aus der Schlachten und Schmachten Reihe. Es hat als Print 400 Seiten und ist als Selfpublish erschienen. Die Geschichte handelt von Prinzessin Yeva, die nach dem Tod ihres Cousins nicht nur Thronfolgerin, sondern auch von den unbekannten Feinden, die ihr Land überfallen, gejagt wird. Hilfe erhält sie durch einen Krieger, der durch einen grausamen Fluch vor 700 Jahren als Wächter der Königsfamilie im Grab ihres Vorfahrens ausharrte und diesem nun entsteigt, um Yeva zur Hilfe zu eilen. Das Buch erhält von mir 3 Lilien.

Ich muss leider sagen, dass ich diesen Band bisher als den schlechtesten der Reihe ansehe. Ich habe beim Lesen keine Verbindung zu Yeva erhalten und war auch von der Liebesgeschichte nicht so begeistert. Es ist zum Glück keine Liebe auf den ersten Blick, aber zum Ende ging es mir trotzdem zu schnell. Auch wenn ich das von der Reihe kennen und erwarten sollte. Yeva ist eigentlich ein super Charakter und auch Ariz ist spannend angelegt. Seine ganze Vergangenheit, das Aufwachen in einer neuen Zeit - das hätte so gut sein können. Beim Lesen hatte ich allerdings das Gefühl, dass sich in 700 Jahren nur die Landschaft geändert hat und nichts an der Kultur, den gesellschaftlichen Gepflogenheiten oder den Waffen. Vor allem nachdem Ariz durch ein Ritual "handlungsfähiger" wird, hat mich das gestört. Und auch bei Yeva - sie ist abgeschotten vom Hof aufgewachsen und in ihrem Land war noch nie eine Frau an der Macht. Sie ist nicht dazu erzogen worden, die Adeligen haben Vorurteile. Das hätte so viel Spannung erzeugen können, wenn die Auseinandersetzung mit den Vorurteilen ausgebaut worden wäre. Die Geschichte legt ihren Schwerpunkt aber nicht auf höfische Intrigen, sondern auf die Flucht, die anstehende große Schlacht und ihre Zuneigung zu Ariz.

Charakterentwicklung war allerdings vorhanden. Vor allem bei Yeva, die von einer Prinzessin, die einfach nur wieder nach Hause und nichts mit dem Hof zu tun haben will, zur Kriegskönigin wird und erkennen muss, dass sie von nun an Verantwortung für ihr Volk tragen muss. Sie wird stärker und selbstbewusster, kennt aber auch ihre Schwächen. Das machte sie mir sympathisch, aber trotzdem blieb da eine gewisse Distanz zwischen Yeva und mir.

Die Flucht war spannend. Die Frage, wer der Feind ist, das Überlegen, wie Ariz zum Wächter wurde, seine grausam/traurige Geschichte haben mich zum Weiterlesen animiert. Die Zweikämpfe fand ich etwas langweilig, weil Ariz zwar eindeutig Schwächen hat, aber die Feinde trotzdem zu schwach für so einen überlegenen Kämpfer sind. Erst beim Versuch die Hauptstadt zurückzuerobern, fand ich, dass Ariz endlich mal einen würdigen Gegner hatte. Auch die große Schlacht gefiel mir, da der Ausgang unter schlechten Sternen steht und ein Sieg große Opfer kosten würden.

Zusammengefasst: Ein Buch mit einer tollen Idee, super angelegten Charakteren und spannenden Elementen, aber für meinen Geschmack hätte da noch mehr aus der Geschichte rausgeholt werden können.


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