09 August 2018

Rezension zu: Sommernachtsflüstern

Diese Anthologie enthält Kurzgeschichten von Jona Dreyer, Sara Pearson, B. D. Winter, Luzie Engels und Regina Mars. Sie ist am 20. Juli 2018 als Selfpublish erschienen, hat 145 Seiten und wurde mir als Rezensionsexemplar zugeschickt. Die Anthologie konnte mich in seiner Gesamtheit von sich überzeugen und erhält 5 Lilien.

Zu Beginn des Buches gibt es ein kleines Vorwort von Jona Dreyer, in welchem sie direkt mal ein Versprechen abgibt. Ich werde mich danach totlachen, vor Spannung die Luft anhalten, melancholisch seufzen und gegen Zuckerschock und Karies kämpfen muss. Humor und Spannung waren auf jeden Fall vorhanden. Geseufzt habe ich auch, zwar würde ich das nicht als melancholisch bezeichnen, aber Seufzen ist Seufzen. Zuckerschock und Karies ... mmh, ich habe beim Lesen Süßigkeiten gegessen, das zählt doch bestimmt. Also ja, das Versprechen wurde von den Autoren eingehalten.

Geschichte Nr. 1 stammt von Jona Dreyer und trägt den tollen Titel "Sechs Särge und ein Käpitan". Schon allein der Titel machte mich total neugierig auf die Geschichte von Helge und Kristian. Mit den beiden machen wir eine Kreuzfahrt an der norwegischen Küste entlang und müssen miterleben, wie Helge immer wieder von den Passagieren darangehindert wird, mit Kristian ein paar ruhige Stunden zu haben.  Ich mochte Helge, auch wenn er ziemlich genervt von der Rentnerkreuzfahrt war. Aber was macht man nicht alles für die Liebe. Die Geschichte war für mich die humorvollste. Ich musste immer wieder Schmunzeln und hatte meinen Spaß daran, wie Helge und Kristian von den, schon besonders dargestellten, Rentern vereinnahmt wurden.

Geschichte Nr. 2 "Urlaub mit Hindernissen" stammt von Sara Pearson und sie entführte mich nach Irland, wo Thomas und Mario ihren Urlaub verbringen.  Die zwei waren ganz süß zusammen, nutzten allerdings für meinen Geschmack zu viel Kosenamen, aber das ist ja super persönlich, ob man Hummelchen und Bärchen mag oder eben nicht. Jedenfalls ist der Urlaub voller Tücken und Pannen und ich konnte Mario voll verstehen, dass ihm das gar nicht gefiel. Schließlich sollte das doch ein wunderschöner Urlaub werden. Er tat mir schon ziemlich leid, aber mich amüsierte es. 

In Geschichte Nr. 3 "Auf den Hörnern des Stiers" bringt uns B.D. Winter nach Andalusien zu den berühmtberüchtigten Stierkämpfen. Ein Ereignis, welches ich ganz schrecklich finde, und mir gefiel, dass die Autorin den Stierkampf nicht schönredete. Allerdings zeigt sie einen anderen Blickwinkel darauf. Ich finde Stierkämpfe immer noch furchtbar, aber sind Geschichten nicht auch genau dafür da, dem Leser andere Perspektiven zu zeigen? Und José, der Matador, hat eine interessante, so viel verrate ich dazu. Und zu der Liebesgeschichte sage ich auch nicht viel, nur dass sie unter keinem guten Stern steht und sobald ich ahnte, wer Miguel ist, da wurde es richtig, richtig spanned. Den Schreibstil von B.D. Winter muss ich auch nochmal betonen. Alle Autorinnen hier haben einen sehr schönen, der zu ihren Geschichten passt, aber B.D. Winters liebe ich. Da sitzt einfach jedes Wort an der perfekten Stelle. 

"Abgedrehte Ferien" von Luzie Engels ist Geschichte Nr. 4 und es geht nach England. Ich hatte ja nicht viel über den Titel nachgedacht, aber er verrät schon viel darüber, wieso Jo von seiner Schwester nach England gerufen wird. Bei dieser muss ich leider sagen, dass mich die Liebe zwischen Jo und seinem Auserwählten nicht wirklich erreichen konnte. Dafür habe ich die beiden zu selten zusammen gesehen. Aber hätte man das bei der Kürze andersmachen können? Keine Ahnung. Trotzdem ist Geschichte schön zu lesen und unterhaltsam.

Regina Mars zeigte mir in der letzten Geschichte "Ramen am Rhein" eine besondere Ecke in Düsseldorf. Ich habe ja erst gedacht Ramen wäre der Name des Protagonisten und war dann verwundert, dass beide Männer anders heißen. Obwohl, wenn ich recht überlege, wurde der Name des Ich-Erzählers gar nicht genannt. Jedenfalls kam die Erkenntnis, was Ramen ist, dann in Düsseldorf. Vielleicht sollte ich das auch mal ausprobieren. "Ichs" Geschichte war ziemlich süß und eine richtige Seufzergeschichte. Mit seinem besten Freund Kyo, der ziemlich geheimnisvoll tut, reist er nach Düsseldorf, um Fotos zu machen, allerdings erfährt er auf der Reise so viel mehr und seine Fantasie, die sich Mafiageschichten für Kyo ausdachte, brachten mich schon zum Schmunzeln. Die Liebe kommt auch nicht zu kurz. Eine schöne, runde Geschichte, die mir einen Abend versüßt hat.

Alle fünf Geschichten haben ihren eigenen Zauber und da ich jeden Abend eine gelesen hatte, wurde ich fünf Tage lang wunderbar unterhalten. Anzumerken ist noch, dass es teilweise ausformulierte Sexzenen gibt, aber sie sind schön geschrieben und nicht vulgär. 




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