05 August 2018

Rezension zu: 777 - Die Endzeit im Zeichen Gottes

Diesen Roman von Marcus Wächtler habe ich Anfang Juli als Rezensionsexemplar erhalten. Das Buch ist als Selfpublish erschienen, wurde mir als Einzelband angekündigt und hat 327 Seiten. Mich konnte das Buch leider gar nicht von sich überzeugen und daher kann ich nur eine Lilie vergeben.

Worum geht es? Wir befinden uns in Dresden, eine Stadt, die ich selbst noch nie besucht habe, aber ich denke, Bewohner und Besucher dieser werden viele Orte wiedererkennen können. Unser Protagonist ist Leiter einer Eventagentur, glücklich vergeben und namenlos. Letzteres hat mich etwas aufgeregt, weil ich schon gerne weiß, wie die Person heißt, die ich im Buch begleite. In den letzten Wochen haben sich im Buch einige Unfälle und Katastrophen auf der ganzen Welt ereignet und am Tag, an dem wir den Protagonisten kennenlernen, erreicht der Schrecken seinen Höhepunkt. Menschen benehmen sich merkwürdig, begehen Selbstmord und "leben" trotzdem weiter. Nunja, leben ist wohl der falsche Ausdruck. Im Gegensatz zum Protagonisten wurde mir als Leser schnell klar, dass wir es hier mit Zombies zu tun haben. Das Cover des Buches deutet übrigens auch sehr gut daraufhin. 

Der Einstieg fiel mir sehr schwer. Hauptsächlich lag das am Erzählstil. Es wird aus der dritten Sicht erzählt und es wirkte sehr analytisch auf mich. Sowas mag ich nicht, weil ich dann das Gefühl habe, nicht selbst herausfinden zu dürfen, wie der Charakter einer Person ist. Es heißt ja immer so schön "Zeigen, statt erzählen" und hier würde meines Erachtens oftmals nur erzählt. Allerdings muss ich zugeben, dass der Erzählstil zum Protagonisten passt. Er scheint auch sehr analysierend zu sein. Ich entwickelte übrigens keine große Sympathien für ihn. Er wirkte auf mich so besserwisserisch und ich hatte das Gefühl, dass er sich als schlauer als die meisten anderen Menschen sah. Und bewiesen hat er mir das nicht. Die größten Sympathiepunkte hatte er verloren, als es hieß, dass er den großen Medien nicht vertrauen würde und lieber auf anderen kleineren Seiten seine Informationen erholte und dadurch viel schneller zu Erkenntnissen kam, die in den großen Zeitungen erst Wochen später aufgedeckt wurden. Und es ging dort um globale Verstrickungen. Das konnte ich nicht wirklich abnehmen.

Die Handlung wird in zwei Zeitebenen erzählt. Zumindest bis kurz vor Hälfte des Buches springen wir von Gegenwart in Vergangenheit und zurück, bleiben dann aber anschließend bis zur letzten Seite in der Vergangenheit. Ergo hatte ich das Ende des Buches in der Mitte und habe zum Schluss nochmal zurückgeblättert, weil ich nochmal nachlesen wollte, wie es mit unserem namenlosen Protagonisten geendet hat. 
Klappentext
Seit tausenden von Jahren wächst und gedeiht die Menschheit ohne Unterlass. Lange hat Gott dem zügellosen Treiben seiner Kinder tatenlos zugesehen, doch mittlerweile sind die Ressourcen nahezu aufgebraucht und die Natur in weiten Teilen irreparabel zerstört. Was niemand ahnen konnte: Der Schöpfer hatte gar nicht vorgesehen, so viele Menschen auf der Erde zu dulden. An einem ganz normalen Tag im beschaulichen Dresden steht auf einmal die Welt Kopf. Das Grauen wandelt in den Straßen der Stadt. Es ist der Beginn der Apokalypse im Zeichen Gottes.
Im Klappentext ist ein eindeutiger Gottesbezug zu finden, und es wird vermittelt, dass Gott selbst das Ende der Welt einläutet und daher hatte irgendwie einen viel größeren Gottesbezug erwartet, als letztendlich im Buch zu finden war. Für mich war der einzige Gottesbezug die Verschwörungstheorie, die unserem Protagonisten erzählt wurde. Im Grunde handelt das Buch nur von zwei Tagen, an dem der Protagonist erkennen muss, dass die Toten als Zombies zurückkehren und er versucht sich und seine Verlobte zu schützen. Das war mir zu wenig und hat meine Erwartungen, die der Klappentext geweckt hatte, nicht erfüllt. Und da ich am Ende immer noch vom Protagonisten genervt und der Erzählstil auch nicht meins war, hatte ich leider keinen Spaß am Lesen dieses Buches.  

*Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf meine Bewertung.

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