08 Juni 2018

#WritingFriday - Juni - 2


Der #Writing Friday ist eine Aktion von Elizzy von Read Books And Fall In Love. Schaut unbedingt bei ihr vorbei. Dort findet ihr auch die aktuelle Teilnehmerliste

Die Regeln
  • Jeden Freitag wird veröffentlicht 
  • Wählt aus einem der vorgegeben Schreibthemen 
  • Schreibt eine Geschichte / ein Gedicht / ein paar Zeilen – egal Hauptsache ihr übt euer kreatives Schreiben 
  • Vergesst nicht den Hashtag #WritingFriday und den Header zu verwenden 
  • Schaut unbedingt bei euren Schreibkameraden vorbei und lest euch die Geschichten durch! 
  • Habt Spass und versucht voneinander zu lernen

Schreibthemen Juni
Und wieder gilt, egal ob frei erfunden oder die pure Wahrheit, schreibt einfach drauf los!



Ein handyfreier Tag
Früher morgen. Keine Jalousien, keine Vorhänge. Die Sonne weckt sie. Ihre Hand tastet zum Handy. Es ist ausgeschaltet. Ein Zettel klebt drauf auf dem geschrieben steht: Heute Handyfreier Tag. Sie stöhnt. Da war ja was. Sie ergreift die Fernbedienung, will ihren üblichen Nachrichtensender anschalten. Doch nichts passiert. Dann fällt ihr ein, dass sie gestern Abend den Stecker vom Fernseher gezogen hatte. Heute gibt es auch kein Fernsehen, kein Internet. Dann muss das Radio reichen. Es ist zwanzig vor acht. Sie schlurft ins Bad. Als sie wieder kommt, sind die Nachrichten gelaufen. Tja, dann heute ohne Nachrichten frühstücken.

Später steht putzen auf dem Plan. Das Bad putzen und alle Räume saugen und wischen. Heute ohne ihre SpotifyPlaylist. Ihr Blick wandert sehnsüchtig zum Handy. Auch jetzt muss das Radio übernehmen. Ihre Laune sinkt. Im Radio läuft doch eh nicht ihre Musik.

Bis zu ihrer Vorlesung in der Uni bleiben noch anderthalb Stunden. Sie schnappt sich ein Buch. Ihr Blick wandert jedoch ständig zu Uhr. Sie kann sich nicht konzentieren. Hat Angst so sehr in der Geschichte gefangen zu sein, dass sie die Zeit vergisst. Eine Lösung muss her. Normalerweise würde sie ihren Wecker am Handy stellen. Einen normalen hat sie nicht mehr. Die Eieruhr fällt ihr ein. Irgendwo in der Küche müsste eine sein. Nach ein paar Minuten suchen ist sie gefunden. Auch diese hatte sie im Alltag durchs Handy ersetzt. Jetzt freut sie sich, dass sie sie noch hat. Endlich kann sie sich auf ihr Buch konzentieren.

In der Vorlesung beobachtet sie ihre Kommilitonen. Das Gerede des Dozenten blendet sie aus. Es ist eh nichts Neues. Alles schon in anderen Vorlesungen gehört oder in Seminaren besprochen. Viele der anderen haben ihr Handy auf dem Tisch. Sehen irgendwelche Videos, tippen. Nur wenige hören dem Dozenten zu. Sie selbst hätte auch gerne ihr Handy zur Handy. Doch es liegt zuhause. Heute konnte sie noch keine Mails checken, war noch nicht bei Facebook, Instagram, Twitter. Sie könnte jetzt durch Blogs stöbern. Aber heute ist handyfreier Tag. Die Vorlesung ist beendet.

Sie ist noch mit einer Freundin in der Stadt verabredet. Normalerweise würde sie jetzt eine WhatsApp-Nachrichten verschicken. Sei sei unterwegs. Eigentlich doch unnützig. Uhrzeit und Treffpunkt stehen schon seit Tagen fest. Gestern hatte sie nochmal nachgefragt, ob das Treffen noch steht. Im Bus merkt sie wieder, wie viele Leute ihr Handy in der Hand haben. Ist sie sonst auch so? Immer das Handy in der Hand?

Am Treffpunkt ist niemand zu sehen. 15 Minuten später kommt ihre Freundin um die Ecke geschlendert. Keine Entschuldigung, nur die Frage, warum sie denn nicht auf die Nachrichten antworte. Sind wir schon so daran gewöhnt, jeden immer und überall zu erreichen, dass Unpünktlichkeit als normal angesehen wird?

Abends sitzen sie im Restaurant. Ihre Freundin blickt regelmäßg auf ihr Handy. Erklärt, dass sie auf Nachrichten von ihrem Freund wartet. Es ist interessant. Dadurch, dass sie selbst kein Handy dabei hat, fällt ihr die Nutzung von anderen umso mehr auf. Am Nachbartisch wird sich gar nicht mehr unterhalten. Drei Mädels sitzen da. Alle haben ihre Handys in der Hand und tippen.

Später in der Wohnung. Sie würde jetzt so gerne ihre Mails prüfen. Schauen, ob ihr irgendwo jemand geschrieben hat. Aber sie darf nicht. Es ist ein unangenehmes Gefühl. Als ob man von etwas Wichtigem getrennt ist.

Am nächsten Morgen die Erkenntnis. Sie hat nichts Lebenswichtiges verpasst. Vielleicht sollte sie öfter mal das Handy den Tag über ignorieren. Bei wirklich wichtigen Sachen können die Leute schließlich auch anrufen.


Aktuelle Teilnehmer:  
(Stand: 04.06.2018)

Kommentare:

  1. Also ich hoffe sehr, dass das nicht deiner Realität entspricht ;)
    Ich beobachte dieses Handy-Starren immer mehr und finde es traurig. Im Restaurant o.ä. hab ich es nur zur Hand, wenn wir Blödelbilder machen oder was recherchieren. Ansonsten ist es stumm und in der Tasche. Da wo es hingehört ... reden ist so ein feines Gut, was wir nicht verlernen sollten!

    Fazit: Feiner Text! :D

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    1. Hey,
      der Text ist ein Zusammenschnitt von verschiedenen Tagen.
      ich finde es auch immer merkwürdig, wenn man mit anderen schreiben muss, obwohl man doch mit Freunden unterwegs ist.

      Gruß Isbel

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  2. Liebe Isbel,

    ja, bei sowas wird einem immer sehr bewusst, wie abhängig wir uns vom Handy und dem Internet gemacht haben. Ich fand das früher auch viel besser, wenn man ein Treffen mit Ort und Zeit ausgemacht hat, dann musste man dann erscheinen und gut. Heute macht man es sich allzu leicht später zu kommen, da man jederzeit Bescheid geben kann.

    Ohne Internet verpasst man für eine kurze Weile nichts wichtiges. Man wird sogar mit Ruhe und Aufmerksamkeit belohnt. Aber auch ich schaffe es nicht, öfters solche Tage einzulegen.

    Ich habe mich heute mit dem gleichen Thema auseinandergesetzt. HIER findest du meinen Beitrag.

    Wünsche dir ein schönes Wochenende,
    glG vom monerl

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    1. Hey monerl,

      einen ganzen Tag ohne Handy schaffe ich auch nicht. Es ist schon ein merkwürdiges Gefühl, wenn ich es zuhause vergesse. Selbst wenn ich es unterwegs nicht benutze, beruhigt mich der Gedanke, dass es im Notfall da wäre.

      Ich schaue nach dem Wochenende bei dir und allen anderen vorbei. Bin unterwegs und auf dem PC sind Blogs ja doch schöner zu lesen als auf dem Handy.

      Gruß Isbel

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