07 Juni 2018

Rezension zu: Sieben Heere

Kurz:
Sieben Heere ist der spannende Auftakt zu einer Reihe, die mit einem für mich grandiosen Schreibstil und tollen Wendungen überraschen konnte. Die Charaktere sind vielschichtig gezeichnet und machen alle ein Wandlung durch, durch die Situation, die sie hier erleben müssen. Ich habe bis zum Ende mitgefiebert und will direkt mit dem zweiten Band beginnen. Die Revolution hat gerade erst begonnen.

Inhalt

Es ist die dunkelste Strunde des Reiches Akitanien. Sieben Heere, gebildet aus den skrupellosesten Kriegern, halten Einzug ins Land und besetzen Städte und Dörfer. Den Bewohnern bleibt nur die Wahl zwischen bedingungsloser Unterwerfung oder qualvollem Tod. Doch aus Verzweiflung können ungeahnte Kräfte entstehen. Eine einzelne vom Feind besetzte Siedlung erwacht aus seiner Ohnmacht und entwirft einen Plan, der das Kräfteverhältnis in diesem Krieg für immer verändern könnte.   

Meine Meinung 


Hagetmau, ein friedliches Dorf in Akitania, bekommt Besuch von 30 Soldaren aus dem feindlichen Nachbarreich, die ihnen erzählen, dass ganz Akitanien in einer einziges großen Aktion der Sieben Heere übernommen wurde und sie nun alle Nafarroaner sind. Während die einen versuchen das Beste aus der Situation zu machen und bloß nicht aufzufallen, sehen andere fassungslos zu, wie das Dorf sich kampflos ergibt und beschwören eine Situation herauf, die zu Taten drängt.

Die ganze Handlung verläuft innerhalb weniger Tage ab und spielt sich hauptsächlich in dem kleinen besetzten Dorf. Dabei wird diese vor allem von den Charakteren vorangetrieben, die alle unterschiedlich auf die Besetzung reagieren. Es gibt hier nicht den einen Protagonisten, sondern es werden mehrere Personen verfolgt, die einen großen Einfluss auf die Geschehnisse haben werden. Ich fand es beeindruckend wie der Autor, die Wünsche und Ängste der Charaktere darstellte und die verschiedenen Motive zeigte. Da gibt es Personen, die sich einfach nur still verhalten wollen, damit es keine Toten gibt, andere, die die Besetzung nutzen wollen, um an Bedeutung zu wachsen und wieder andere, die sofort zu den Waffen greifen und die Feinde verjagen wollen. Die Charakterentwicklung war vielfach vorhanden. Es war spannend und gleichzeitig erschreckend zu sehen, welche Wandlungen die einzelen Personen durchmachen, um diese Bedrohung durchzustehen.

Und auch die Nafarroaner bleiben nicht ohne Motive. Auch wenn die Dörfler im Mittelpunkt stehen und der Autor hauptsächlich über sie und ihre Pläne schreibt, wird auch deutlich, dass die Soldaren nicht nur böse sind. Sie haben Frau und Kinder zu Hause und versuchen mit der Besetzung des Nachbarlandes eine Not in ihrem Land zu entgehen. Was man vielleicht auch auf andere Weise hätte lösen können, aber als Leser weiß ich das nicht. Jedenfalls benehmen sich die Soldaren eigentlich ganz anständig. So anständig, wie man sich bei einer Annektierung nun mal benehmen kann. Zumindest die Übernahme von Hagetmau verlief ohne Blutvergießen. Ehrlich gesagt, fand ich den Plan der Nafarroaner ziemlich schlau. Allerdings die Annahme, dass die Bewohner sich ihre Identität, ihr Land und ihren Glauben ohne Gegenwehr nehmen lassen, naiv.

Der Schreibstil des Autors ist richtig, richtig toll. Er trotzt zwar nicht von Emotionen, sondern wirkte auf mich etwas analysierend, aber trotzdem kamen die Gefühle der Bewohner bei mir an. Ich habe bei den heimlichen Treffen überlegt, was getan werden könnte und mitgefiebert, wenn zur Tat geschritten wurde. Ebenfalls wurden die Beschreibungen der Landschaft, des Dorfes, der Waffen und vor allem des Fantasiewesens toll in die Geschichte eingewoben, sodass mich die Erklärungen nicht aus der Handlung rauswurfen. Die Beschreibungen der Kämpfe waren auch sehr bildhaft und bei einigen Formulierungen musste ich schlucken. Das erzeugte doch unschöne Bilder in meinen Kopf. Aber damit muss man rechnen, wenn man ein Buch über Krieg liest. Es wird blutig und vor allem tödlich zugehen. Nur über die Götter und die Magie, die die Semanen von Akitanien verfügen, wurde mir zu wenig erzählt und ich hoffe, dass dies noch in den Folgebänden geklärt wird.

Zum Buch 

Autor: Tobias O. Meißner
Verlag: Piper Verlag
416 Seiten als Print 
Erschienen im November 2015
ISBN: 978-3-492-70312-3

Reihe: Sieben Heere
(1) Sieben Heere (2) Revolution (3) Befreiung

Kommentare:

  1. Hallo liebe Isabel!

    Dieses wunderhübsche Büchlein habe ich noch auf meinem SuB. :) Da freut es mich natürlich sehr, dass du so begeistert von dem Reihenauftakt bist!! Hoffentlich wird es mir beim Lesen auch so gehen wie dir. Ich wünsch dir jetzt schon ganz viel Freude mit Band 2 und warte natürlich gespannt auf deine Rezension dazu. ;)

    Liebste Grüße
    Nina von BookBlossom

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Nina,

      ich bin sogar schon bei Band 3 angekommen :) Die Reihe liest sich einfach zu gut. Die Rezension zu Band 2 kommt morgen. Die solltest du aber erst Lesen, wenn du selbst Band 1 gelesen hast. Sonst weißt du ja, wie die Kämpfe in Band 1 ausgegangen sind.

      Gruß Isbel

      Löschen
  2. Hallo,

    das klingt wirklich sehr interessant! Ich hätte mal wieder Lust auf richtige High Fantasy. :-)

    Ich habe diesen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt.

    LG,
    Mikka

    AntwortenLöschen

Mit dem Absenden eines Kommentars akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung und geben ihr Einverständnis, dass ihre Daten gespeichert und weiterverarbeitet werden.
Kommentare erscheinen erst nach der Freischaltung durch den Seiteninhaber, um Spamkommentare zu verhindern.