05 Juni 2018

Rezension zu: Prinzessin der Elfen 1 - Bedrohliche Liebe

Kurz:
 Prinzessin der Elfen ist eigentlich eine ganze süße Geschichte, aber die Handlung hatte für mich zu viele offene Fäden, die teilweise auch gar nicht weitergeführt wurden. Die Protagonistin Lucy war für mich ein naives junges Mädchen, die sich in neuer Welt zurechtfinden muss. Allerdings hat sie zu wenig nachgefragt, sodass ich durch die Ich-Perspektive auch zu wenig von der Welt kennenlernte.
2 Lilien

Inhalt

Eben noch wurde die 16-jährige Lucy in ihrem Zuhause von Unbekannten angegriffen, als sie sich im nächsten Moment auf einer Wiese in einer fremden Welt wiederfindet. Ein Portal hat sie in ihre eigentliche Heimat, das Reich der Elfen, gebracht. Lucy will das alles nicht glauben, immerhin ist sie ein ganz normales Mädchen und soll jetzt plötzlich die verloren geglaubte Tochter des Elfenkönigs sein? Ohne mich, denkt sie. Doch die Frage nach dem Grund für den Angriff und die Sorge um ihre Familie bringen Lucy schließlich dazu, ihr Schicksal – zumindest vorübergehend – anzunehmen. Vielleicht liegt es aber auch an den eisblauen Augen von Daan, der stets überall da auftaucht, wo Lucy ist. Auch wenn in seinem Blick noch etwas liegt, das sie einfach nicht deuten kann…    
Quelle: Carlsen

Meine Meinung 


Als ich das Buch begonnen hatte, wollte ich nur eine schöne zauberhafte Geschichte mit einer jugendlichen Liebe und einem schönen Geheimnis, welchem ich mit Lucy auf den Grund gehen kann. Ich bin aber vielleicht doch schon zu alt für 16jährige Protagonisten, die nicht darauf beharren, Antworten zu erhalten. 

Lucy war eigentlich ein toller Charakter. Sie ist 16 Jahre alt, man merkt, dass sie noch in der Pubertät ist, und sie lässt sich nicht von Vorurteilen anderer beeindrucken, sondern macht sich selbst ein Bild. Ihr ist es völlig egal, wer welcher Rasse angehört, sondern urteilt über andere aufgrund ihres Verhaltens. Allerdings finde ich, dass sie zu schnell akzeptiert, dass niemand wirklich ehrlich zu ihr ist. Alle erwarten, dass sie in den Prinzessinnen-Modus schaltet, obwohl sie sich nicht mal daran erinnern kann, eine Prinzessin zu sein oder irgendwas über die Elfenwelt weiß.

Genau das hätte auch ein wirklicher toller Plot sein können, aber ich finde, er wurde nicht gut umgesetzt. Ich meine, Lucy kommt nach einem Angriff in Phönix an und niemand erklärt ihr irgendwas. Viele scheinen sie zu verachten und ihr eigener Bruder rät ihr, sich von dem Jungen fernzuhalten, der zu den wenigen gehört, die nett zu ihr sind und ihr regelmäßig das Leben rettet. Ich hätte eigentlich von Lucy erwartet, dass sie versucht herauszufinden, was mir ihrer Tante und ihrem Onkel ist, von denen sie nichts mehr hört. Dass sie ihren Bruder oder Ariel ausquetscht und sich nicht mit den Brocken zufrieden gibt, die hier hingeworfen werden.  Die Liebesgeschichte fand ich aber sehr süß, auch wenn ich denke, dass da etwas Magisches am Werk ist. Die Abneigung ihres Bruders gegenüber ihren Freund und auch das Ende des Buches lassen für den nachfolgenden Band noch einiges an Beziehungs- und Vertrauensproblemen erwarten.

Die Handlung selbst hatte irgendwie auch keinen roten Faden bzw. es wurden mehrere Dinge angerissen und nicht weiterverfolgt. Zum Beispiel war am Anfang eine Feier am See und einer der Prinzen hat irgendwas mit der Tochter der Direktorin gemacht, was mich hellhörig werden ließ, allerdings taucht diese Tochter im Rest des Buches nicht mehr auf. Auch hatte Lucy etwas in ihrer Kette gefunden, konnte es aber in der Situation nicht genauer betrachten und auch das ist nie wieder im Text aufgetaucht. Ich habe die ganze Zeit darauf gewartet, dass sie sich hinsetzt und das nochmal in Ruhe ansieht. Einfach weil ich ahne, was das ist und neugierig war. Stattdessen wird wiederholt erzählt, welche Rassen welche Gesichtstätowierung haben und wie Lucy sich in ihrer neuen Schule zurechtfindet. 

Letzteres war auch interessant. Ich meine, wer möchte nicht wissen, wie Elfen, Kobolde und Elben leben und was sie lernen. Leider fand ich den Weltenaufbau etwas oberflächlich. Ich sah nur die Akademie und ein kleines Stück Strand, aber nichts über andere Wesen und da niemand Lucy etwas wirklich erklärte, ist mir auch nicht klar geworden, wie nun genau die Regierung aussieht und wie die Völker das alles wirklich finden. Die Royals scheinen an ihrer Macht festhalten zu wollen, es gibt Rebellen, aber das war alles noch zu oberflächlich für mich. 

Ich denke nicht, dass ich die Reihe weiterlesen werde. Mir hat Lucy zu wenig nachgefragt und auch die Geschehnisse im Buch konnten mich nicht fesseln. Ich war etwas gelangweilt, kann mir aber vorstellen, dass es für Leser in Lucy Alter unterhaltsam sein kann.

Zum Buch 

Autor: Nicole Alfa
Verlag: Carlsen impress
419 Seiten als Print 
Erschienen im Mai 2018
ISBN: 978-3-646-60422-1

Reihe: Prinzessin der Elfen
(1) Bedrohliche Liebe (2) Riskante Hoffnung (?)

*Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf meine Bewertung.

Kommentare:

  1. Vielen Dank für deine Rezension
    Zu den Dingen, die angerissen und nicht weiterverfolgt wurden und dass man noch nicht so viel über die Welt erfahren hat, das wollte ich mir für die Folgebände aufheben. Wenn alles gleich im ersten Band geklart werden würde, wäre es ja langweilig.
    Ich danke dir aber für deine Kritik und werde sie mir zu Herzen nehmen

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    1. Hey,

      ich hätte auch gar nicht erwartet, dass alles erklärt wird, aber ein bisschen mehr Interesse von Seiten Lucys an den Geheimnissen, die fu hier schon eingebaut hast. Aber wie gesagt, vielleicht bin ich auch einfach nicht mehr in der Zielgruppe. Du hast ja viele begeisterte Rezensionen für das Buch bekommen, aber wenn fir meine Kritik bei weiteren Büchern hilft, dann freut mich das auch.

      Gruß Isbel

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