07 Mai 2018

Unter schwarzen Federn & Ich ~ 3 ~ Mobbing leicht gemacht

"Gleich ist es vorbei, erinnerte ich mich an mein Vorhaben. Ich musste nur noch das letzte bisschen Mut finden, dann würde mich niemals mehr jemand so nennen. Vielleicht tat es ihnen dann sogar ein bisschen leid, aber das ging mich dann nichts mehr an."
Dies sind Fees Gedanken zu Beginn des Buches "Unter schwarzen Federn" von Sabrina Schuh, welches eindrücklich eine mögliche schreckliche Folge von Mobbing beschreibt, wenn das Opfer allein gelassen wird und niemand bereit ist zu helfen. Nein, sogar schlimmer. Es wird weggesehen, die Schuld auf das Opfer selbst geschoben oder verharmlost. Und zwar von den verschiedensten Akteuren.

Klappentext
Eine schnatternde Meute Teenager
Eine unscheinbare Außenseiterin
Eine Verwandlung unter Tränen
Fees Leben ist die Hölle. Auch der Wechsel an die neue Schule bringt keine neuen Chancen, sondern nur Psychoterror und Ausgrenzung. Eines Tages spitzen sich die Dinge so zu, dass Fee nur noch einen Ausweg sieht, und der ist endgültig. Statt sie jedoch von ihrem Leben zu erlösen, bringt der von Markus vereitelte Selbstmordversuch sie in die Therapie. Wird sie es mit seiner Hilfe schaffen, ihren Lebensmut wiederzufinden, oder wurde sie bereits zu tief verletzt?

In „Unter schwarzen Federn“ spinnt Autorin Sabrina Schuh mit den Elementen von Andersens hässlichem Entlein eine düster-romantische Geschichte über Ausgrenzung, Todeswünsche und den schweren Weg eines jungen Mädchens auf der Suche nach ihrem wahren Selbst.

Wie findest du den Umgang mit Mobbing an Schulen und am Arbeitsplatz?


Ich bin Lehramtsstudentin und das Thema Mobbing wurde/wird während meines Studiums öfter diskutiert. Oftmals habe ich das Gefühl, dass viele ratlos sind, wie sie nun genau reagieren sollen, wenn sie später in solche Situationen kommen. Letztlich gibt es nämlich nicht den perfekten Plan wie man zu reagieren hat. Und auch ich werde wahrscheinlich erst erfahren, ob ich richtig reagiere, wenn ich in einer solchen Situation bin. Was ich mir natürlich nicht wünsche, aber Mobbing ist leider keine Seltenheit an Schulen und auch an Arbeitsplätzen.

Die mir gestellte Frage finde ich schwer zu beantworten. Als ich selber Schülerin war, bin ich nicht mit Mobbingfällen in Berührung gekommen und weiß auch gar nicht, ob meine ehemaligen Schulen damals schon Anti-Mobbing-Strategien entwickelt hatten und wenn ja, wie diese aussahen. Da ich auch noch nicht als Lehrkraft tätig bin, kann ich auch nichts verbindliches zu gegenwärtigen Situation sagen. Allerdings habe ich durch Gespräche mit anderen Studierenden das Gefühl, dass jede Schule anders da herangeht. Einige haben sehr ausführliche Konzepte entwickelt, bei anderen hat man das Gefühl, dass sich noch nicht wirklich damit beschäftigt haben. Was ich persönlich schlimm finde. Bei einer Masse an Lehrern, die wahrscheinlich alle Mobbing anders sehen, bewerten und handeln, ist es in meinen Augen doch schon wichtig, wenn es zumindest einen Leitfaden gibt und kommuniziert wird, wie bei Mobbingfällen vorgegangen wird. Auch wenn es natürlich klar sein muss, dass jeder Fall anders zu handhaben ist, sodass am besten geholfen werden kann.
Daher finde ich das Olweus Mobbing-Präventions-Programm sehr interessant und bin gespannt auf die Auswertung der Testschulen in Deutschland. Die bisherigen Informationen von den teilnehmenden Schulen national und international klingen vielversprechend und könnten vielleicht ein landesweites Programm werden. Informationen dazu findet ihr unter anderem hier.

Ich denke, zu den wichtigsten Dingen gehört, dass Mobbing in der Schule thematisiert wird. Und zwar nicht erst, wenn bekannt wird, dass es einen Mobbingfall gibt, sondern regelmäßig zur Präventation. Und dies nicht nur für Schüler/innen, sondern auch speziell für Lehrer/innen. Es gilt ein positives Klassen-/Schulklima zu etablieren und als Lehrkraft, aber auch als Schüler mit offenen Augen durch die Schule zu gehen und auf keinen Fall wegzusehen. Sonst fühlt man sich vielleicht wie Markus, der erkennen muss, dass auch er Schuld am Mobbing mitträgt:
"Je länger ich nachdachte, desto mehr Szenen tauchten vor meinem inneren Auge auf und alle endeten gleich. Ich griff nicht ein."
Markus ist nicht der einzige der Fee im Stich lässt, auch die anderen Mitschüler ignorieren, was Fee angetan wird oder finden dies sogar lustig. Selbst Lehrer scheinen nichts mitbekommen zu haben oder sie ignorieren es. Und das ist einfach falsch. Es ist einfach nur falsch!
Also meine Bitte an euch: 
Wenn ihr jemals seht, dass jemand gemobbt wird, schaut nicht weg, sondern helft.


Gewinnspielfrage:

Wie sieht der Umgang mit Mobbing an eurer Schule/an eurem Arbeitsplatz aus? Haltet ihr diese für ausreichend? Gibt es Präventionsmaßnahmen?

Zu gewinnen gibt es:
Hauptpreis: 
Eine Decke, eine Zaubertasse und ein signiertes Print von "Unter schwarzen Feder"


Trostpreise: 
3 eBooks im Wunschformat von "Unter schwarzen Federn"

Teilnahmeschluss: 15.5.18 um 23:59 Uhr.
Teilnahmebedingungen
Die Gewinner werden zeitnah auf der Agenturseite bekannt gegeben.

Ich wünsche euch allen viel Glück!

Der Tourplan: 
05.05. - Erwartungen bei Sabrina von Binchen’s Bücherblog
06.05. - Mobbing und ich bei Annabel von Bookdemon
07.05. - Mobbing leicht gemacht bei Isabel von Bücherlilien
08.05. - Unperfekt perfekt bei Jeanette von Eine Bücherwelt
09.05. - Ich bin anders - na und? bei Lina von MemoriesOfBooks
10.05. - Stigmatisierung psychischer Erkrankung bei Nicki von Nickis Bücherwelt
11.05. - Weg mit den Klischees?! bei Anna von Passion4Books
12.05. - Todschweigen leicht gemacht bei Lena von Awkward Dangos
13.05. - Märchenadaption - braucht man das oder kann das weg? bei Sharon von Bücherschrank
14.05. - Ziel erfüllt? bei Sabana von Buchjunkie



Kommentare:

  1. Guten Morgen,

    Auf Arbeit ist es ein tolles Miteinander, wie eine kleine Familie. Das ist super und ich fühle mich sehr wohl.
    Das kenne ich allerdings auch anders. Ich habe in einer Fleischei angefangen gehabt als mein Kind noch klein war und bin mit der Voraussetzung eingestellt worden, das die Arbeitszeiten mit der Kita vereinbar waren, das durfte ich von den Kolleginnen sehr schnell spüren. Zum Glück hatte ich ein gute Ärztin und die hat sofort reagiert als ich es geschildert habe und mich so lange krank geschrieben bis ich da wieder raus kam. Ich bin froh das sich alles noch zum Guten gewendet hat und nicht erst an mir fressen konnte, obwohl es schon ausgereicht hat.

    LG Manu

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    1. Hey Manu,

      Ein Hoch auf deine Ärztin. Solch ein Verhalten von Kollegen geht überhaupt nicht. Und es freut mich für dich, dass du jetzt in einem tollen Umfeld arbeitest.

      Gruß Isbel

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  2. Hallo und guten Tag,

    gerade in/an Schulen ist Mobbing immer ein Thema

    ....nur leider keines was man anpackten oder gar verändern möchte zumindest aus meiner Erfahrung....es wird geschwiegen, abgewiegelt und meistens gibt man dem Opfer erst einmal die Schuld an der Situation, denn auf einer "guten Schule" gibt es sowas nicht....

    Da muss man starke Nerven haben und mit seinen Kids kämpfen...und deshalb meine Meinung es wird einfach zu wenig getan gerade von Seiten der Lehrerschaft....weil einfach niemand wirklich eine Ahnung hat, wie man helfen kann...und sich auch an solche, eher unrühmlichen Angelegenheiten traut.

    Denn dafür gibt es keine Ehre oder gar Preise für eine Schule...

    LG..Karin...

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    1. Hallo Karin,

      deine Erfahrungen, die du schilderst, wirst du auch im Buch wiederfinden. Die Schuld auf die Opfer zu schieben ist falsch und verstärkt nur, dass die Opfer sich missverstanden und alleingelassen fühlen.
      Und ich hoffe einfach, dass der Wandel zur Einstellung gegenüber Mobbing in allen Schulen ankommt. Deshalb finde ich es auch wichtig, dass wir im Studium damit zugetextet werden. Auch wenn ich das nicht für alle Univrsitäten verallgemeinern kann. Das Themenangebot im Studium ist ja doch riesig.

      Gruß Isbel

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  3. Hallo,

    ich denke man kann nie genug darauf aufmerksam machen.
    Weil es so schwierig ist zu verstehen was es anrichtet.
    Es ist kein blauer Fleck was man sehen kann, ich denke manche wissen oder merken gar nicht was sie anrichten.
    Bei uns gibt es keine Maßnahmen, aber zum Glück auch kein Mobbing.

    Grüße Elias

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    1. Hey Elias,

      Da stimme ich durch. Mobbing kann auch körperliche Verletzungen beinhalten, aber meisten sind es doch mehr psychische/seelische Verletzungen. Und solche sieht man auf dem ersten Blick nicht.

      Gruß Isbel

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  4. Moin, an meiner Schule damals gab es keinen Fall, dass jemand stark ausgegrenzt und gemobbt wurde. Jetzt arbeite ich in einer Firma mit Betriebsrat, an den man sich wenden könnte. Frühere Arbeitgeber hatten dies nicht, da war dann das Problem, dass die Vorgesetzten nichts unternommen hätten weil sie nicht gewusst hätten, was.
    LG Christina P.

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    1. Hey Christina,
      Ja, Betriebsräte sind ein guter Anlaufpunkt. Aber auch Vorgesetzte stehen in der Pflicht zu helfen und sich im Fall der Fälle bei Experten zu informieren, wie sie vorgehen könnten. Ist natürlich die Frage, ob sie es machen, aber gute Chefs stehen hinter ihren Mitarbeitern.

      Gruß Isbel

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  5. Hallo,
    Bei uns ist es so wie bei einer kleinen Familie, es gibt zwar manchmal Streit untereinander, aber am Ende vertràgt man sich halt wieder.
    Aber ich kenn es auch anders, fr7her würde ich zwar nicht richtig gemobbt, aber ich würde wegen meiner Chinesischen Herkunft oft ausgelacht und dumm angemacht, dennoch war es nie wirklich schlimm, da ich ja meine Freunde hätte.

    LG Qianru Chen

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    1. Hallo Qianru Chen,

      Freunde sind in solchen Situationen wirklich wichtig und hilfreich. Schön, dass sie dir beigestanden haben!

      Gruß Isbel

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  6. Huhu :)

    Mobbing ist ein sehr aktuelles Thema, das leider immer wieder vorzufinden ist.
    Ich hatte Glück und wurde von diesem Thema verschont. Sowohl in der Schule, als auch jetzt in der Arbeit ist Toleranz ein ganz wichtiges Anliegen bei mir und meinen Kollegen.

    Ganz liebe Grüße
    Zeki

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    1. Hey Zeki,

      das leist sich schön und ixh wünsche dir und deinen Kollegen, dass es auch so gut bleiben wird.

      Gruß Isbel

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  7. Bei uns ist es leider gar kein Thema, in einem großen Betrieb gibt es leider immer Sticheleien, Neid und solche Sachen.
    Aber da macht sich keiner Gedanke darum.

    Ilona

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    1. Hallo Ilona,

      das klingt nach keinem schönem Arbeitsklima. Gab es bei euch denn mal starke Mobbingfälle?

      Gruß Isbel

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  8. In der Schule gab es schon Mobbing. Die Außenseiter haben sich dann zusammen geschlossen.(incl mir) und bei der arbeit gab es auch schon mal Situationen die der Chef meist bemerkte und entschärft hat.

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  9. Huhu,
    bei mir am Arbeitsplatzt gibt es kein Mobbing. (Zum Glück)
    Klar regt man sich mal über die Kollegen auf aber bei uns wird niemand gemobbt.

    Liebe Grüße
    Vanessa

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  10. Hallöchen,
    ja das ist vermutlich extrem unterschiedlich, je nachdem wo man hinschaut.
    Ich habe für meine Kinder an den Schulen/in den Kindergärten wirklich Glück, dass es da sehr viele Mechanismen und Aktionen gibt, die die Gemeinschaft und das Miteinander fördern, so dass die zwischenmenschlichen Werte dort oft im Vordergrund stehen.

    So wie es überall sein sollte.
    Liebe Grüße
    Sarah Trimagie

    trimagie[at]gmx.de

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  11. Hey,
    ich studiere und ich muss zugeben, ich hab keine Ahnung wie es dazu an meiner Uni aussieht. Der Professor meine Studiengangs hat aber gesagt, dass man mit solchen Problemen zu ihm kommen kann und er sich um eine Lösung bemüht. Ich glaube, Mobbing kann man gar nicht verhindern, bzw. etwas dafür tun. Entweder die Menschen sind so empathielos und gemein und mobben, oder nicht. Da kann man erst im Falle eines Falles etwas tun, denke ich.
    lg, Tine =)

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