27 Mai 2018

Rezension zu: Das Geheimnis der Königin

Kurz:
Das Geheimnis der Königin zeigt das Leben von Catherine de Valois, Stammmutter der Tudor-Dynastie von ihrer Kindheit bis zu ihrem Tod. Die historischen Fakten werden befolgt und Details zum Leben und Glauben werden wunderbar eingebaut. Allerdings fehlte mir eine Tiefe bei den Charakteren und allgemein die Spannung.

Inhalt

Im Jahr 1421 heiratet der englische König Heinrich V. die französische Prinzessin Catherine de Valois. Die beiden finden schnell Gefallen aneinander und ihr Glück wird schon bald noch gekrönt durch die Geburt ihres Sohnes. Doch dann stirbt Heinrich – und Catherine ist mit einem Mal mutterseelenallein am englischen Königshof. Ferngehalten von ihrem Sohn, dem Thronerben, muss sie sich in den Ränkespielen und Intrigen um sie herum zurechtfinden. Eine große Hilfe ist ihr dabei ein junger Waliser namens Owen Tudor – auch er ein Außenseiter in England-, mit dem Catherine Freundschaft schließt und in den sie sich bald rettungslos verliebt! Doch ihre Verbindung muss um jeden Preis geheim bleiben. Catherine ist es verboten, erneut zu heiraten, und außerdem ist Owen Tudor ein Diener und eine solche Liaison nicht standesgemäß ...   
Quelle: Bastei Lübbe

Meine Meinung 


Begonnen hat die Geschichte um Catherine de Valois, Stammmutter der Tudor-Dynastie, sehr schön. Ein kurzer Einblick in ihre Kindheit im Kloster und anschließend ein Zeitsprung zum Kennenlernen mit König Heinrich V. Solche Zeitsprünge durchziehen das ganze Buch, behandelt es doch Catherines Lebensweg von ihrer Kindheit bis zu ihrem Tod. 

Ich persönlich hatte etwas anderes von dem Roman erwartet. Im Klappentext steht ja, dass sich Catherine nach dem Tod ihres Mannes mit Ränkespielen und Intrigen auseinandersetzen muss, allerdings habe ich diese Intrigen im Buch nicht gesehen. Ja, es wird immer wieder angedeutet, welche Parteien um die Gunst des neuen jungen Königs kämpfen und Catherines neue Liebe ist auch nicht gestattet, aber dies wird nicht ausgebaut. Ehrlich gesagt, empfand ich Catherine als ziemlich passiv, die sich aus den Hofintrigen raushält. Spannung durch Intrigen ist hier nicht zu finden. 
Auch die Liebesgeschichte bahnte sich nicht langsam an, sondern war durch die Zeitsprünge auf einmal da. Die Gefahren, die durch eine mögliche Aufdeckung für Catherine und Owen bestehen, werden zwar erwähnt und kommen auch immer mal wieder zur Sprache, aber auch hier fehlte mir die Spannung.

Für mich war es mehr eine Anreihung von historischen Fakten, die in eine seichte Geschichte gepackt wurden. Hervorzuheben sind kleinere Details, die einen schönen Einblick in das damalige Leben und in den Glauben geben, und zeigen, dass die Autorin die Zeit kennt, über die sie schreibt. Trotzdem hat mir die Tiefe in der Geschichte gefehlt. Auch bezüglich der Charaktere. Es bleibt alles oberflächlich und die Spannung fehlte.

Zum Buch 

Autor: Mari Griffith
Verlag: Bastei Lübbe
515 Seiten als Print 
Erschienen im Mai 2018
ISBN: 978-3-7325-5132-3

*Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Dies hat keinen Einfluss auf meine Bewertung.

Kommentare:

  1. Schade, dass das mit den Intrigen vernachlässigt wurde, gerade weil es ja im Klappentext so schön betont wurde. Gerade das ist auch der Punkt, den ich an historischen fiktionalen Werken am meisten Liebe. Das Buch wäre somit wohl auch nichts für mich, da stehen andere historische Werke dann höher auf meiner Liste bzw. lese ich über die Tudor Zeit auch gerne Biografien von Allison Weir. Die sind auch immer super spannend, aber in dem Fall natürlich fokussiert auf die echten Fakten, aber da erwarte ich das auch und finde ich es auch wichtig. Bei einem Roman der dann eher fiktional ist, sollte es dann doch eher spannend zu gehen.

    Lg Nicole #litnetzwerk

    AntwortenLöschen
  2. Hey Nicole,

    ja bei historischen Romanen erwarte ich persönlich, dass sich zwar an die historischen Fakten gehalten wird, aber die Autoren den Interpretationspielraum so viel nutzen wie es geht und das Buch mit Leben fühlen. Hier hat mir das Innenleben so gefehlt.
    Allerdings habe ich das Buch in einer Leserunde gelesen und dort sind die Meinungen zu dem Buch sehr gemischt. Einige finden es genau so wie es ist toll, weil eben wenig interpretiert wurde. Mir hat sich die Autorin zu sehr an den historischen Fakten festgeklammert.

    Gruß Isbel

    AntwortenLöschen

Mit dem Absenden eines Kommentars akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung und geben ihr Einverständnis, dass ihre Daten gespeichert und weiterverarbeitet werden.
Kommentare erscheinen erst nach der Freischaltung durch den Seiteninhaber, um Spamkommentare zu verhindern.