12 April 2018

Interview zur Buchreihe Schwert & Meister

Fantastische Welten, spannende Geschichten, tiefgründige Charaktere – das alles und noch mehr finden wir Leser in Büchern. Für das heutige Interview darf ich einen Charakter aus Florian Clevers Buchreihe „Schwert & Meister“ begrüßen. In dem kleinen Quiz, welches hier auf dem Blog veröffentlicht wurde, konntet ihr ja schon eure Überlebenschancen in der Welt von „Schwert & Meister“ herausfinden. Den Charakter, den ich für ein Interview gewinnen konnte, lernen wir im kürzlich erschienenen dritten Band „Taront“ kennen. Es ist Plorkas, erster Offizier der Straflegion und damit eine Person, die unserem Held Glen das Leben entweder erleichtern oder erschweren kann.


Plorkas, wie würden sie die bisher erschienenen Bücher der Reihe spoilerfrei einem potenziellen Leser schmackhaft machen?

Ich würde sagen, die Bücher sind schlank und scharf wie eine Schwertklinge. Die Serie setzt ganz auf Stringenz und eine aufs Wesentliche fokussierte Story, durchaus atypisch für das Genre. Ausschweifende Weltbeschreibungen und Nebenhandlungen sucht man hier vergebens. SCHWERT & MEISTER ist eine Art Fantasy-Destillat: Es ist vielleicht nicht viel im Glas, aber was im Glas ist, hat Wumms.

Sie sind Erster Offizier der Straflegion und damit Teil der Eisernen Legionen. Welche Stellung hat Ihre Legion in der Armee? Und würden Sie gerne in eine andere Legion wechseln?

Wir Straflegionäre sind der Dreck, den der Feldmarschall aufs Feuer schaufelt, wenn die Flammen zu hoch schlagen. Nach uns kommt nichts mehr in der Hackordnung. Vor ihrer Rekrutierung waren meine Jungs Halsabschneider und Taugenichtse. Jetzt sind sie Halsabschneider und Taugenichtse in Uniform – und so behandle ich sie auch. (lacht) In eine andere Legion wechseln? Niemals. Ich bin genau da, wo ich hingehöre. Wo ich meine … Qualitäten voll ausspielen kann.


Wir befinden uns im dritten Band Taront in der Stadt des Königs, Galdin-Sor. Der Ritter der Qualen und seine Armee nähern sich und treiben eine große Flüchtlingswelle vor sicher her. Wie geht die Stadt damit um und wie finden Sie persönlich die Maßnahmen, die getroffen wurden, um der Situation Herr zu werden?

König Casim hat den Flüchtlingen gegenüber lange einen zugewandten Kurs verfolgt. Das musste er wohl auch, allein der Außenwirkung wegen. Vom König erwartet man schließlich, dass er sich seines Volkes annimmt. Jetzt, wo die Stadt überquillt, hat er die Tore geschlossen. Vor den Mauern schießen Lager wie Pilze aus dem Boden. Die Situation spitzt sich zu, ihrer Herr zu werden ist ein frommer Wunsch, eine Illusion. Es herrscht Krieg, und Krieg bedeutet Chaos. Mich kümmert das nicht, im Gegenteil: Schlechte Zeiten sind gute Zeiten für Soldaten, die ihre Chance beim Schopf packen.

Wie ist Ihre Einschätzung von Glen Neradra? In den ersten beiden Bänden hat er schon viel erlebt und einige Kämpfe ausgefochten. Glauben Sie, dass aus ihm jemand Großes werden kann oder hatte er mehr Glück als Verstand?

Hm… Er ist kein Leisetreter, das muss ich zugeben. Er macht sich stark für andere. Zeigt Mumm im Kampf. Versteht auch mit der Klinge umzugehen, scheintʼs. Vielleicht wird aus ihm wirklich mal mehr als bloß Futter für die Straflegion … wenn er denn lange genug überlebt. (lacht) Vielleicht verdankt er seine Stärke auch nur der Waffe, die er führt. Eine bemerkenswerte Klinge. So ein Schwert in den Händen eines Bauernlümmels wie ihm, das ist wie Samt und Seide am Leib eines Mastschweins. Es passt einfach nicht zusammen, pure Verschwendung. Wir werden sehen. Der Tag der Schlachtreife kommt schneller, als man denkt.

Florian Clever
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Sind Sie mit der Rolle, die der Autor Florian Clever für Sie in der Geschichte festgelegt hat, einverstanden?

Ich bin gerne, was ich bin. Andere herumschubsen liegt mir im Blut. In der Straflegion konnte ich diesen Zug voll ausleben und bin sogar noch befördert worden. Gewalt über Dritte ist eine tolle Sache, und was immer sich dieser Clever dabei gedacht hat, ich genieße jede Sekunde meiner Handlungsanteile. Diese Sorte hemdsärmliger, zupackender Macht ist genau mein Ding.

Wenn Florian Clever in ihre Welt gelangen würde, glauben Sie, dass er das Kommende überleben könnte? Vorausgesetzt er wüsste nur so viel, wie bisher in den Büchern preisgegeben wurde.

Der?? Im großen Kampf um Iatiara?? Lächerlich! Das würde nicht einen Tag gutgehen. Ein Schreiber und Phantast, den Kopf in den Wolken … Keine Ellenbogen, kaum Schmalz an den Knochen. Wenn er nicht gleich erschlagen wird, kriegen ihn Hunger, Seuchen oder andere kriegsbedingte Geißeln. Nee ... Der hält sich besser fern von seiner erdachten Welt und überlässt das Handeln und Leiden seinen Figuren.

Vielen Dank Plorkas, dass Sie sich meinen Fragen gestellt haben! Irgendwelche abschließenden Worte?

Mach dir nichts vor: Leben heißt, Konflikte ausfechten. Schubse, sonst wirst du geschubst, so einfach ist das. Ich für meinen Teil bin lieber der Huf als das Gras. Und jetzt muss ich los, die Jungs in den Baracken brauchen mal wieder eine Abreibung. 

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