27 Februar 2018

{Fantasywoche} Zu Gast bei König Zaron vom Baruwenreich

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Ich warte in der Empfangshalle der Burg auf den Bediensteten, der mein Eintreffen Zaron melden wollte. Nervös schaue ich mich in der Empfangshalle um. Ein prachtvoller Raum mit marmornen Böden und Wänden. Goldverzierte Spiegel zieren die Wände und weiße freistehende Säulen stützen die Decke. Vor allem die Deckenmalereien ziehen meinen Blick auf sich und so höre ich den Bediensteten erst, als er mich anspricht. Wortlos folge ich ihm in das Arbeitszimmer von Zaron. Einen König zu treffen ist neu für mich. Aber nervös macht mich vor allem die Tatsache, dass ich ihm Fragen stellen darf. Hoffentlich weiß er nicht, dass ich nicht von den Mönchen des Balduraner Stiftes geschickt wurde, um die weitere Informationen für die Aufzeichnungen der Bibliothek zu erhalten.

Zaron sitzt hinter seinem Schreibtisch. Ich verneige mich vor ihm und nachdem er mich begrüßt und einen Stuhl angeboten hat, fordert er mich auf seine Frage zu stellen.

Zaron, vielen Dank, dass Ihr mir etwas von Eurer wertvollen Zeit erübrigt. Ziel dieses Interviews ist es, mehr über Euch und Eure Ziele zu erfahren, damit die Leser Eurer Aufzeichnungen Euch und Eure Handlungen besser verstehen und nachvollziehen können.

Auf meiner Reise zu Euch habe ich einige Leute gefragt, was man über Euch erzählt. Es hieße, ihr seid leicht reizbar und unnachgiebig, wenn jemand Euren Unmut erregt. Wie würdet Ihr Euch selbst beschreiben?

Also, ob ich reizbar und unnachgiebig bin? Nun ... du musst verstehen, wenn man regiert, benötigt man eine harte Hand, Strafen müssen verhangen werden, und auch der Ton kann nicht immer nur freundlich sein. Ich bin nicht reizbar und unnachgiebig, sondern ein Herrscher, der seinen Untertanen Befehle erteilt. Und jeder, absolut jeder, hat mir ohne Widerspruch zu gehorchen! Das bedeutet, wer sein Knie beugt, mich als seinen Herrn ansieht, alles tut, was ich verlange, wird mich als König erleben, der großzügig und gnädig ist.

Eine Höhenburg. So könnte ich mir Burg Skrabos vorstellen (Quelle: Pixabay)

Ihr seid der Zweitgeborener Sohn von König Enewold vom Eisenland und seiner Frau Joona. Ich selbst war noch nie im Eisenland. Wie war es dort als Prinz aufzuwachsen? Wie war Eure Kindheit?

Zweitgeborener? Du nennst mich Zweitgeborener? Ich hasse es, Zweitgeborener genannt zu werden! Sprech mich nie wieder so an, Weib, sonst setzt es am Pranger Hiebe! Ich zucke zusammen. „Baldur, lass ihn bitte gute Laune haben!“, bete ich zum viergesichtigen Gott. ... Aber, ich will ein gnädiger Herrscher sein, vergebe dir das hässliche Wort (Danke Baldur!) und beantworte deine Frage: Meine Mutter war früh gestorben, aber ich hatte eine angenehme Kindheit. Schon in meiner Jugend reiste ich oft zu Rubadur von Flad. Ich bin ein Mann mit einem scharfen Verstand, und er hat mich in die Magie der Pflanzen des Fladreichs eingeführt.

Wie war Eure Beziehung zu Euren Eltern und zu Eurem Bruder? Es heißt, Ihr liegt im Streit mit König Rakos?

Die Beziehung zu meinem Vater? Da kann ich nicht klagen. Mein Bruder ist ... wie soll ich es beschreiben, ein Mann mit etwas ... anderen Wünschen und Bedürfnissen? Trifft es das? Vielleicht. Rakos liebt mich, ist leicht zu manipulieren, leider hatte ich dann doch einmal den Bogen überspannt. Seitdem war unser Verhältnis eher ... kein Verhältnis. Doch nun habe ich da so ein kleines Problem, da werde ich mir wohl etwas einfallen lassen müssen ... habe auch schon eine Idee.
Zaron erhebt sich, krümmt den Zeigefinger, winkt mich heran, damit ich mit ihm aus dem Fenster schaue. Siehst du den großen blonden Kerl dort, den die beiden Mägde so anschmachten? Wegen Rakos ist der hier, aber ... verdammt, starr nicht so hin, der schaut gerade zu uns hoch ... der Bengel weiß das noch nicht. 
Ich schlucke. Der junge Mann sieht wirklich sehr attraktiv aus und da ich schon einiges über Rakos gehört habe, kann ich nicht anders als Mitleid zu empfinden. Aber das darf ich mir nicht anmerken lassen.

Dann wünsche ich Euch, dass Eure Pläne mit dem jungen Mann so verlaufen werden, wie Ihr es Euch vorstellt. 

Auf meiner Reise hörte ich auch, dass eines Eurer Hobbys die Alchemie sei und ihr kundig seid im Umgang mit den magischen Pflanzen. Wieso interessiert Euch die Alchemie?

Hobby? Oh Weib! Das ist doch kein Hobby! Die Alchemie ist eine hohe Kunst, verlangt jahrelanges Studium! Die Pflanzen verleihen mir Macht. Ich kann sie für meine Zwecke verwenden. Ich plane etwas Großes, Gewaltiges, dafür verbringe ich Stunden, Nächte, Tage in meiner steinernen Kammer. Du wirst staunen, was ich erschaffen werde!

© TAKEZO Graphic artwork // Quelle: Autorenhomepage
Eine letzte Frage. Gibt es ein besonderes Ziel, welches Ihr vor Eurem Tod, der hoffentlich noch in weiter Ferne liegt, anstrebt?

Ich bin so erzogen worden, mich als König zu präsentieren, meine Interessen – natürlich auch die meines Volkes, durchzusetzen. Und obwohl ich Libur, der Tochter von Rubadur von Flad, als Mann versprochen war, betrog sie mich mit Tyr, diesem Baruwenbastard. Deshalb musste ich meine Bestimmung selbst erfüllen, um mir die Position zu erkämpfen, die mir zusteht. Bald habe ich mein Ziel erreicht, das dann erschaffen, dass mich zum König über ganz Vidar macht. Das ist mein Ziel! Und Neida, die starrköpfige Herrin des Lichts und die Grelven mit ihrem überheblichen Anführer Thorkil ... alle werden ihr Knie beugen, alle, dafür werde ich sorgen! 


Nachdem Zaron mich entlassen hat, folge ich erleichtert den Bediensteten nach draußen. Ich bin froh die Burg Skrabos wieder verlassen zu können. In Zarons Nähe fühlte ich mich mehr als unwohl. Ich ärgere mich über mich selbst … Zweitgeborener … wenn er nur etwas schlechte Laune gehabt hätte … ich mag gar nicht daran denken. Aber es hat sich gelohnt. Nicht nur seine Überheblichkeit und Reizbarkeit hat er mir bestätigt, sondern auch, dass ihm andere Menschen völlig egal zu sein scheinen. Warum sonst sollte er froh darüber sein, dass sein Bruder, König Rakos vom Eisenland, so leicht zu manipulieren sei? Seine Aussagen zu Neida, der Herrin des Lichts, fallen mir ein. Gläubig scheint er nicht zu sein. Das könnte später sehr hilfreich sein. Aber Angst machen mir seine Aussagen zur Alchemie. Wie viel hat ihm Rubadur beigebracht? Welches Wissen hat er nur erlangt? Was meint er mit erschaffen? Das kann nichts Gutes sein!
Wir treten auf den Hof und mein Blick, wandert in Richtung Küche. Ich frage den Bediensteten, ob es möglich sei, hier auf der Burg noch Reiseproviant zu erstehen. Der Weg zurück wird lang und ich muss mich beeilen. Meine Informationen müssen so schnell wie möglich die Rebellen erreichen! 


Ihr möchtet etwas über den jungen Bengel erfahren, für den Zaron ganz besondere Pläne zu haben scheint? Dann schaut bei Julia von tealicious books vorbei. Sie hat die Burg Skarbos ebenfalls besucht und ein Interview geführt.



Kommentare:

  1. Wie gut, dass der König einen guten Tag hatte ;-)

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    1. Ohja, die sind da nicht sonderlich nett beim Auspeitschen

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