03 Januar 2018

{rezension} Der Than von Cawdor

Autor: Silvia Stolzenburg // Verlag: Bookspot Verlag // Einband: ebook  
 Seiten: 400 (print) // ISBN: 978-3-95669-064-8 // Erschienen: 08.2017


Meine Wertung: 

Vielen Dank an den Bookspot Verlag für das Rezensionsexemplar!



Klappentext


Schottland, Anno Domini 1040:
Als der fünfzehnjährige Duncan dem machthungrigen Than von Cawdor in eine Schlacht gegen die Wikinger folgt, bedeutet dies das Ende seines bisherigen Lebens. An der Seite des Thans kämpft er für den schottischen Hochkönig, bis das Blut der Erschlagenen das Schlachtfeld tränkt. Siegreich kehren die Krieger auf die Festung des Thans zurück, wo ein rauschendes Fest zu Ehren des Königs gefeiert wird. Doch auf dem Weg nach Hause begegnet Duncans Dienstherr einer Gruppe angeblich zauberkundiger Frauen. Diese verkünden ihm eine glorreiche Zukunft, und der Ehrgeiz beginnt, den Verstand des Thans zu vernebeln.
Auf der Festung angekommen, trifft Duncan mit der jungen Hofdame Gwynn zusammen. Gwynn steht im Dienst der Gemahlin des Thans und Duncan verliert schon bald sein Herz an sie. Während durch eine tödliche Intrige alles um sie herum aus den Fugen zu geraten droht, kämpfen die beiden jungen Leute um ihre Liebe.


Meine Meinung


Ich hatte mal wieder Lust auf einen schönen historischen Roman und als ich bei Netgalley Der Than von Cawdor gesehen hatte, wusste ich, dass ich das lesen möchte. Schottland und Wikinger sind ja genau meins. Gut, die Wikinger kommen hier nur kurz am Anfang vor, aber schottische Lords, blutige Intrigen und eine junge Liebe klang trotzdem sehr gut.

Die Geschichte wird von einem allwissenden Erzähler erzählt und wir verfolgen verschiedene Personen. Mac Bethad und seiner Ehefrau, dem Knappen Duncan und der Hofdame Gwynn sowie später einigen Lord und Prinz Malcom. Und wenn die Geschichte es verlangte, tauchen wir auch kurz in das Leben anderer Personen ein. Mir ist es am Anfang etwas schwer gefallen. So viele Personen, so viele Namen und die Kapitel, in denen immer nach kurzen Abschnitten der Ort gewechselt wird. Ich wurde oft aus einem Geschehen rausgerissen, woran ich mich nur langsam gewöhnte, aber im Nachhinein gefiel mir die Art des Erzählens.  Übrigens habe ich auch erst kurz vorm Ende geschnallt, dass ich hier eine Macbeth-Version vor mir habe. Schon als ich die Prophezeiung der Hexen gehört hatte, klingelte bei mir was, aber es hat fast das ganze Buch gebraucht, bis mir endlich Shakespeare eingefallen ist. Schon allein beim Namen Mac Bethad hätte es bei mir Klick machen sollen. Aber vielleicht ist es ganz gut, dass ich beim Lesen nicht die ganze Zeit das Shakespeare-Drama im Kopf hatte. So konnte ich mich ganz neu auf die Geschichte einlassen.

Bevor es losgeht, warnt die Autorin, dass Der Than von Cawdor kein Liebesroman sei und es zu drastischen Szenen kommen wird. Das kann ich so unterschreiben. Nicht nur die Schlachtszenen sind grausam und sparen nicht an Details, auch die Handlungen vom König und seinen Gefolgsleuten sind furchtbar und ich musste manchmal kurz das Buch aus der Hand legen, wenn schon wieder irgendein Mensch grundlos gefoltert und ermordet wurde. Das wird nämlich nicht nur so nebenbei erwähnt, sondern teils auch genau beschrieben.

Die Geschichte selbst fand ich spannend. Es wird nicht viel über die Herrschaftssysteme des damaligen Schottlands geschrieben und die Lebensweise hat auch keinen großen Stellenwert. Es handelt von Wahnsinn, Krieg, Eidtreue, dem Wohle Schottlands und durch Duncan und Gwynn auch ein bisschen von Liebe. Aber hier darf man sich nichts Romantisches vorstellen. Wie schon erwähnt, ist mir Shakespeare erst spät eingefallen, sodass ich der Geschichte gebannt folgte und wissen wollte, wer am Ende auf dem Thron sitzt. Am Anfang war ich mir noch etwas unsicher, aber im Laufe der Zeit wird klar, wer Schottland zum Untergang führen würde. Nachdem mir Shakespeare eingefallen war, wusste ich zwar wie es ausgehen wird, aber da die Autorin nicht einfach dem Shakespearischen Drama folgt, sondern eigene Dinge einbaut, blieb es trotzdem spannend.


Fazit


Der Than von Cawdor ist eine grausame und blutige Macbeth-Version, die mich überzeugen konnte. Trotz der Ähnlichkeiten zu Shakespeare beinhaltet die Geschichte eigene Elemente und konnte mich so auch immer wieder überraschen. Manchmal hätte ich es mir weniger detailliert gewünscht, aber ich finde, man merkt relativ schnell, auf welche grausame Geschichte man sich als Leser einlässt.



Kommentare:

  1. Hey Isabel,

    Schön, dass dir das Buch so gut gefallen hat. Für mich war es eher nichts, da ich es lieber mag, wenn ein Buch den richtigen historischen Ereignissen folgt. MacBeth selber kenne ich nicht, von daher finde ich die Information in deiner Rezension super, dass es nicht komplett der Vorlage aus Shakespeare entsprciht und eigene Elemente hat.
    Ich habe deine Rezension bei mir auf dem Blog verlinkt und hoffe, dass dies ok für dich ist. Falls nicht, schreib mich einfach gerne an.

    LG, Moni

    PS: Als Followerin bin ich auch gleich einmal dageblieben. :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey Moni,

      wenn ich selber Wissen über die Zeit habe, dann würden mich falsch gezeigte historische Ereignisse auch super stören, aber über die Zeit in dem Buch weiß ich so gut wie gar nichts, sodass ich das auch nicht in meine Bewertung miteinfließen lassen kann. Jedes Mal selbst recherieren wäre nichts für mich. Ich bin aber auch nicht so naiv zu glauben, dass es so wie es in einem Roman steht, auch geschehen ist.

      Und nein, Verlinkung stört mich nicht.

      Lieben Gruß
      Isbel

      Löschen
    2. Hey Isbel,

      Wirklich etwas über die Zeit wissen tue ich auch nicht, aber bei diesem Roman merkt man recht schnell, wenn man kurz googelt, dass es total anders war. Das es wirklich genauso wie in einem historischen Roman abläuft, glaube ich auch nicht, aber für mich ist es immer so, dass ich aus einem historischen Roman auch etwas über die Zeit lernen möchte, deswegen ist es mir sehr wichtig, dass ich während des Lesens das Gefühl habe, das gut recherchiert wurde und dass sich die Ereignisse aus dem Buch bestätigen, wenn ich etwas auf google dazu suche. Man kann bei diesem Buch festhalten, dass es für mich schlicht und ergreifend das falsche Buch war. Ich wusste auch nicht, was ich daraus für mich mitnehmen sollte.

      LG, Moni

      Löschen
    3. Hey Moni,

      so betrachtet wäre es vermutlich bei einer Neuauflage schlau, dass Nachwort der Autorin nach vorne zu packen. Dann wüsste man als Leser direkt, dass sich das Buch mehr am Drama orientiert als an tatsächlichen Geschehnissen.

      Gruß Isbel

      Löschen

Mit dem Absenden eines Kommentars akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung und geben ihr Einverständnis, dass ihre Daten gespeichert und weiterverarbeitet werden.
Kommentare erscheinen erst nach der Freischaltung durch den Seiteninhaber, um Spamkommentare zu verhindern.