{rezension} So weit uns Träume tragen

Autor: Christiane Lind
Verlag: Selfpublish
Einband: ebook // Seiten: 364 (print)
ISBN: 9783739389097
Ausgabe: 06.2017

Meine Wertung:

Vielen Dank an Christiane Lind für das Rezensionsexemplar!



Klappentext


„Man nennt die Titanic auch das Schiff der Träume.“ Der Steward verbeugte sich. „Ich bin mir sicher, am Ende unserer Reise werden Sie mir zustimmen.“

Frühjahr 1912: Die Schauspielerin Paula hat ihr Erbe ausgeschlagen, um auf der Bühne zu stehen. Gemeinsam mit der Kostümbildnerin Luise erobert sie die Berliner Theaterwelt im Sturm. Doch von einem Tag auf den anderen stehen die Freundinnen vor dem Nichts. Als ein Verehrer ihnen ein Erste-Klasse-Ticket für die Titanic schenkt, ergreifen die jungen Frauen mutig die Chance auf ein neues Leben. An Bord des eleganten Luxusdampfers lernt Luise den schüchternen Steward Leonard kennen und lieben, während der geheimnisvolle Ferdinand von Fahlbusch großes Interesse an Paula zeigt. Wird es ihm gelingen, ihr Herz zu erobern? Ist Paula bereit, ihre Träume über Bord zu werfen?


Meine Meinung


So weit uns Träume tragen ist die 2. Auflage von Weiße Rosen auf der Titanic und brachte mich zurück auf die Titanic. Den neuen Titel und das ebenfalls neue Cover passen toll zur Geschichte und ich begrüße den Wechsel. Wie viele andere habe auch ich den Film mit Leonardo DiCaprio und Kate Winslet gesehen. Und irgendwie habe ich mir beim Lesen die ganze Zeit vorgestellt, dass Rose und Jack ganz in der Nähe von Paula und Luise sind.

Paula und Luise verlieren überraschenderweise beide ihre Jobs in Berlin und erhalten gleichzeitig von einem Gönner Tickets für die Titanic. Die Kapitel, die in Berlin spielen, waren für meinen Geschmack etwas zu lang. Obwohl Informationen daraus für später wichtig sind, wartete ich nur darauf, dass das Bording beginnt. Die Handlung auf der Titanic beinhaltet die Suche nach einem geheimen Verehrer, der Paula belästigt, eine kleine Liebesgeschichte und natürlich den Untergang der Titanic und den Kampf ums Überleben.

Die meiste Zeit wird die Handlung aus der Perspektive von Paula erzählt, aber wir begleiten auch ihren Verehrer, der mir unglaublich unsympathisch war. Seine Obsession, dass Paula zu ihm gehört, ist beänstigend. So stelle ich mich Stalker vor und gefangen auf einem Schiff, konnte ich Paulas Gefühle vollkommen nachvollziehen. Die Liebesgeschichte war süß und nach der Kollision mit dem Eisberg konnte ich das Buch nicht zur Seite legen. Ich fand es sehr gut beschrieben. Auch das Verhalten der Personen. Ich musste da manchmal echt schlucken, wenn ich mir vorstellte, dass einige Menschen vielleicht wirklich genauso entschieden und gehandelt haben.

Paula und Luise waren sehr charakterstarke Frauen. Obwohl Paula aus einer adeligen Familie stammt und dementsprechend von ihr gewisse Dinge erwartet werden, will sie ihr Leben leben und es selbst gestalten. Genauso wie ihre Freundin Luise wollen sie ihre Träume verwirklichen und gehen dafür Risiken ein. Ich meine, einfach so in ein fremdes Land zu reisen, ohne zu wissen, was dort auf sie zukommt, nenne ich mutig. Ich mochte die beiden.

Der Schreibstil ist angenehm und flüssig zu lesen. Anfangs hatte ich das Gefühl, dass es noch etwas distanziert ist, aber das änderte sich im Laufe des Lesens und war am Ende vollkommen verschwunden. Was mir gefiel war, dass zu Beginn jedes Kapitels das Datum vermerkt war, sodass Kenner des Unglückstages genau wussten, wie weit es noch bis zum Eisberg war. Das hat für mich die Spannung etwas erhöht.


Fazit


So weit uns Träume tragen ist ein schöner Roman, der mich den Untergang der Titanic mit zwei sympathischen Frauen neu erleben ließ. 

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