{rezension} Bärenbrut

Autor: Nora Bendzko
Verlag: Selfpublish
Einband: ebook // Seiten: 81
ASIN: B0742L5CKM
Erschienen: 07.2017

Meine Wertung:

Reihe: Galgenmärchen
(1) Wolfssucht (2) Kindsräuber (3) Bärenbrut 

Erhältlich bei Amazon


Vielen Dank an Nora Bendzko für das Rezensionsexemplar!



Klappentext


Nie wird Thorben den Anblick seines toten Vaters vergessen: zerfleischt von einem Bären.

Nachdem er den Schrecken des Krieges nur knapp entronnen ist, baut er sich als Jäger ein neues Leben auf. Er heiratet, bekommt einen Sohn. Doch die Menschen in seinem Dorf sind ihm gegenüber misstrauisch. Ein Fluch soll auf seiner Familie lasten. Als seine lang verschollene Mutter wieder auftaucht und ihr der Tod ihres Mannes beigebracht werden muss, brodeln die Gerüchte von damals wieder. Thorbens Vater sei nicht von einem Bären getötet worden, heißt es. Ein Mensch in Bärenhaut habe die Bluttat begangen … ein Gestaltwandler. Was ihn auch getötet hat, es lauert noch immer im Dorf – und Thorben muss sich ihm stellen. Wenn nicht für seinen Vater, dann um sich und seine Liebsten zu schützen.

Das Prequel zur preisnominierten Novelle »Wolfssucht«: Eine dunkelfantastische Kurzgeschichte zur Vorzeit des 30-jährigen Krieges, angelehnt an das Grimm’sche Märchen »Der Bärenhäuter«.


Meine Meinung


Nora Bendzko konnte mich schon mit  der Novelle Wolfssucht und dem Roman Kindsräuber begeistern und da ist es nur natürlich, dass ich mit Spannung auf Bärenbrut gewartet habe. Netterweise hat Nora mir diese Kurzgeschichte zum Vorablesen geschickt und ich konnte meine Neugierde schon befriedigen.

Die Handlung ist in fünf Kapitel verpackt und enthält Zeitsprünge, sodass man Thorbens Weg vom 13-Jährigen bis zum Mittvierziger nachverfolgen kann. Und dieser  Weg beleuchtet mehr die dunklen Seiten seines Lebens als die Schönen. Genau das, was ich von einem Galgenmärchen erwarte. Es wird blutig und erschreckend. Das Verhalten der Menschen wirft Fragen auf und erst am Ende werden diese verständlich. Es gibt kein klassisches Gut und Böse. Der 30-jährige Krieg steht vor der Tür und in den Wäldern lauert weiteres Unheil. Das Verhalten der Menschen ist von Angst geprägt und obwohl die Kirche und Pater Gottwalt ständig erwähnt werden, ist von Nächstenliebe wenig zu lesen.

Der Schreibstil und die Erzählweise von Nora Bendzko ist wie bei ihren anderen beiden Galgenmärchen sehr eindrucksvoll. Die Geschichte von Thorben ist nicht lang. Mein Tolino zeigte mir 99 Seiten, bei Amazon werden 81 Seiten angegeben. Aber die Geschichte konnte mich gefangen halten. Ich finde ihren Schreibstil sehr bildlich und mein Kopfkino konnte sehr deutliche Bilder erzeugen. Auch wird beim Lesen der Geschichte eine düstere Atmosphäre hervorgerufen und ich erwartete nach jedem schönen Moment einen erneuten Schicksalsschlag.

Für Kenner von Wolfssucht ist dieses Buch sicher interessant, weil es zeigt, wieso Skandar wird, wie er wird, ohne dabei irgendetwas Wolfssucht vorwegzunehmen. Auch Kenner des Märchens Bärenhäuter werden hier viele Vergleiche zwischen den Geschichten ziehen können, ohne dabei das Gefühl zu haben, die gleiche Geschichte nur neu verpackt zu lesen. Schließlich ist Bärenbrut ein Galgenmärchen.


Fazit


Bärenbrut braucht sich hinter seinen Vorgängern nicht zu verstecken. Das Märchen Bärenhäuter wird hier sehr düster adaptiert und erzählt die Geschichte eines jungen Mannes, der vom Unheil und Tod verfolgt wird. Der Schreibstil und Erzählstil ist wunderbar und erst zum Ende hin erkannte ich alle Zusammenhänge der Geschehnisse.


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