{rezension} Von den Grenzen der Erde

Autor: Rebekka Mand
Verlag: Selfpublish
Einband: eBook // Seiten: 640 (TB)
ISBN: 978-3-7392-0858-9
Ersterscheinung: 2014

Reihe: Grenzen Saga
(1) Von den Grenzen der Erde (2) Von den Hütern der Schlange (3) Von den Herrschern der See

Bewertung:

Vielen Dank an Rebekka Mand für das Rezensionsexemplar!
 


Klappentext


816 n. Chr.
Lynn, Tochter eines irischen Kleinkönigs, kann den Sterbenden auf dem Pfad ins Jenseits folgen. Als Kind von Nordmännern ins ferne Norwegen verschleppt, versucht sie, ihre zweifelhafte Gabe zu beherrschen und zurück nach Hause zu gelangen, um ein Versprechen einzulösen und das Vermächtnis ihres Vaters anzutreten. Der von seiner Familie geächtete Seemann Eirik Karrsson wittert in Lynn seine Chance, es endlich zu Ruhm und Reichtum zu bringen und seinen Fluch zu besiegen. Gemeinsam machen sie sich auf die gefahrvolle Reise und lernen schnell, dass es mehr zu fürchten gibt, als nur einander. Zwei Menschen. Zwei Geschichten. Ein Ziel: Die Suche nach einem geheimnisvollen Schatz. Und sich selbst.


Meine Meinung


Als dieses Buch von der Autorin zum Rezensieren angeboten wurde, musste ich direkt zuschlagen. Ich liebe historische Romane, allerdings nicht jeden. Mit Mittelalter oder verfolgten "Hexen" kann ich momentan nichts anfangen, aber Wikinger reizen mich. Vor allem die "echten" Nordmänner und nicht die Schönlinge, die in so manchen Büchern auftauchen. Leider finde ich solche Romane selten in der Masse an Büchern. Also, wenn ihr welche kennt, ab in die Kommentare damit. Aber zurück zum Buch: Ich hatte beim Lesen das Gefühl, dass die Autorin viel recherchiert hat. Sie hat in meinen Augen (ich bin ja keine Expertin) die damalige Zeit und die Lebensarten gut dargestellt und vermittelt. Aber auch die mythologische Seite ist nicht zu kurz gekommen. Auch wenn das jetzt wie eine Floskel klingt: Das Buch hat mich nicht mehr losgelassen. Umso schlimmer, dass ich nicht viel Zeit zum Lesen hatte und es ständig aus der Hand legen musste.

Die Geschichte beginnt langsam. Bevor sich Lynn und Eirik begegnen werden erstmal ihre Geschichten erzählt. Nach dem Überfall muss Lynn als Sklavin bei den Mördern ihres Vaters und ihrer Freunde leben und ich kann mir gar nicht vorstellen, was da für ein Zwiespalt in einem so kleinen Kind entstehen muss. Lynn lernt sich anzupassen. Es bleibt ihr ja auch nichts anderes übrig, aber gleichzeitig will sie das Versprechen an ihren Vater einhalten, was für die nächsten Jahre nicht möglich scheint. Erst als gewisse Intrigen innerhalb der Wikinger ihren Lauf nehmen und Lynn mehr über ihre Gabe lernt, scheint es Hoffnung zu geben. Ich habe mit Lynn mitgelitten und gefiebert. Sie ist klug und mutig, und nach alldem, was mit ihr passiert, habe ich mir für sie ein glückliches Ende gewünscht.

Eirik war von Anfang an schwer einzuschätzen. Er ist schien erst ein verantwortungsvoller Mann zu sein, der seinen eigenen Ehrenkodex hat, aber nach dem thing und dem Fluch scheint er das mehr und mehr zu verlieren. Ich wusste lange Zeit nicht, wie er in Situationen reagieren wird und wann er denn mal sein Wort hält. Sympathisch ist anders, aber ich fand ihn faszinierend. Allerdings war ich von seinem wehleidigen Wesen etwas genervt. Ja, der Fluch ist schrecklich. Und ich kann verstehen, dass er zwischen Aufgeben und Weiterkämpfen hin und her wankt, aber irgendwann dachte ich mir nur, jetzt entscheid dich mal! Ich mag es, wenn Charaktere mich auf gute Art und Weise aufregen können.

Die Nebencharaktere waren auch gut ausgearbeitet und hatten alle ihre Eigenheiten. Manche haben eine weit weniger wichtige Rolle gespielt wie ich anfangs dachte, dafür sind andere in den Vordergrund gerückt. Meistens welche, die ich ganz schnell überhaupt nicht leiden konnte. Sodass ich ihnen ein blutiges Ende wünschte. Den blutig ist es hier allemal. Das Leben damals war hart, besonders die Raubüberfälle der Wikinger, und die Autorin beschönigt hier nichts. Es wird gemordet, verstümmelt, versklavt, vergewaltigt, etc.
Die Geschichte zieht sich über mehrere Jahre, sodass  man die wichtigsten Stadionen im Leben der beiden Hauptpersonen miterlebt und ihre Charakterentwicklung und Motivation gut verfolgen kann. Nicht nur ihre, sondern auch die der  "Feinde". Geschrieben wird aus der eingeschränkt, auktorialen Sicht. Meisten aus Lynns oder Eirik Perspektive, aber auch andere Personen kommen zu Wort, damit der Leser alles Wichtige miterleben kann. Ich fand die Mischung hier gut gelungen, da sie alles wichtige verrät, aber nicht zufiel, sodass ich noch mit Eirik und Lynn mitfiebern konnte, ohne die Pläne der "Feinde" zu kennen. 

Der Schreibstil ist sehr angenehm und flüssig zu lesen. Einige Begriffe sind im Glossar erklärt, andere werden über den Text selbst deutlich, sodass ich nicht das Internet bemühen musste, um "Wikingerworte" zu verstehen. Manches kannte ich auch schon aus Dokus oder anderen Büchern. 



Fazit


Ein unglaublicher guter Einstieg in die Trilogie. Die Charaktere und die Handlung konnten mich komplett überzeugen. Der Schreibstil und die Erzähperspektive waren angenehm bzw. gut durchdacht. Es las sich authentisch und ich freue mich schon auf die weiteren Bände. 

Kommentare:

  1. Liebe Isbel,

    vielen Dank für die schöne Rezension! Ich empfehle immer gerne die "Uthred"-Saga von Bernard Cornwall als gute Wikingerlektüre (kürzlich als Serie "The last Kingdom" verfilmt ... auch sehr gut), sowie "Die Abenteuer des Röde Orm" von Frans G. Bengtsson.

    Liebe Grüße!
    Rebekka Mand

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    1. Liebe Rebekka,

      freut mich hier von dir zu lesen. Habe mir auch gleich mal die Bücher angesehen und ich denke, die Uthred-Saga wird demnächst bei mir einziehen. Vielen Dank für den Tipp!

      Lieben Gruß
      Isbel

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  2. Ich glaube nicht das dies ein buch nach meinem Geschmack ist ;)
    Schöne Rezi

    Liebe Grüße, crumb von http://kejas-blogbuch.de/

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