{rezension} Im Hause Longbourn


Autor: Jo Baker
Verlag: Knaus-Verlag
Einband: Hardcover
Seiten: 447
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-8135-0616-7





Erster Satz


"Ohne Waschtag keine Kleidung, das verstand sich von selbst, und ohne Kleidung ging es nun einmal nicht, jedenfalls nicht in Hertfordshire, und schon gar nicht im September."


Klappentext


„Wenn Elizabeth Bennet ihre Petticoats selbst waschen müsste", dachte Sarah, "dann würde sie bestimmt sorgfältger mit ihnen umgehen." Es ist Waschtag auf Longbourn, und das Hausmädchen Sarah müht sich über Wäschebottichen und träumt dabei von einem anderen, aufregenderen Leben. Als der junge James auf dem Hof auftaucht, scheint er wie die Antwort auf ihre Stoßgebete - doch James hütet ein Geheimnis von großer Sprengkraft, das das Leben auf Longbourn für immer verändern könnte.


Meine Meinung



Ich liebe Jane Austen Romane. Deswegen bin ich zum einem mit sehr hohen Erwartungen an das Buch gegangen, zum anderen hatte ich Angst, dass diese hohen Erwartungen ein gutes Buch schlecht wirken lassen. Zum Glück war dies nicht der Fall. Jo Baker hat einen sehr angenehmen Schreibstil und die Geschichte selbst hält sich an die Vorlage von "Stolz und Vorurteil". Obwohl sich die Geschichte um die Hausdiener der Bennets dreht, erfährt man Dinge über die Bennets, die sich mit der Charakterbeschreibung von Jane Austen durchaus vereinbaren lassen, aber das Geheimnis von Mr. Bennet hat nicht in mein Stolz und Vorurteil -Weltbild gepasst. Das muss aber jeder für sich entscheiden und wenn man Stolz und Vorurteil  nicht kennt, würde das wohl gar nicht stören. 
Sarah ist die Protagonistin dieser Geschichte. Sie ist Hausmädchen bei den Bennets und träumt von einem spannenderen Leben. Ihr ganzes Leben als Dienstmädchen zu verbringen, ist ihr ein Graus.  Fast gleichzeitig treten zwei Männer in ihr Leben. James Smith, der neue, geheimnisvolle Hausdiener der Bennets, der nichts über sein Leben erzählt und Sarah auf Abstand hält und Ptolemy Bingley, der Hausdiener von Netherfields, der großes Interesse an Sarah hat und ihr ein Leben in London als seine Ehefrau bietet. Sarah ist geschmeichelt von den Avancen, aber gleichzeitig will sie James Geheimnis lüften und ist sich bald selbst ihrer Gefühle nicht sicher. Als James auf einmal verschwindet, bricht für Sarah eine Welt zusammen.
Die Geschichte spielt sich hauptsächlich in Longbourn ab und viel Action ist dort nicht zu finden. Die Story entwickelt sich mehr über Gefühle und Geheimnisse. Hauptsächlich wird sie aus Sarahs Sicht erzählt, aber auch die anderen Hausdiener erhalten Beachtung und vor allem James kommt zu Wort, wenn es um die Auflösung seiner Herkunft geht. Ich habe mich auch ziemlich schnell dafür entschieden, dass James der richtige Mann für Sarah ist und besonders zum Ende hin mitgefiebert, ob die zwei zusammenfinden. Allerdings war das Ende sehr abrupt. Gerade stellt man sich darauf mit Sarah einen neuen "Weg" einzuschlagen und dann ist es vorbei. Es folgt nur noch ein Ausblick auf das zukünftige Leben aller Hausdiener und einen Teil der Bennets. Ob Sarah ihr Glück findet wird natürlich auch aufgelöst, aber mir kam es so vor, als hätte Jo Baker Angst sich weiter von der Vorlage zu entfernen.
Obwohl dieses Buch niemals an Stolz und Vorurteil herankommen wird, und ich mir auch manchmal gedacht habe, dass war bestimmt nicht im Sinne Jane Austen´s (man beachte hier das Geheimnis von Mr. Bennet), war es doch schön die andere Seite des Lebens auf Longbourn kennen  zu lernen. Die Seite der hartarbeitenden Dienerschaft, die den Lebensstil der Bennets überhaupt erst möglich machen.


Bewertung





Autorin

Jo Baker wurde in Lancashire geboren und studierte an der Oxford University und der Queen’s University in Belfast, wo sie ihre Leidenschaft fürs Schreiben entdeckte. Seither veröffentlichte sie fünf Romane, die ihr in der Presse viel Lob einbrachten. Mit "Im Hause Longbourn" gelang ihr der internationale Durchbruch. Jo Baker lebt mit ihrer Familie in Lancaster.



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