{rezension} Die Erwählte


Autor: Torsten Fink
Verlag: Blanvalet
Einband: Taschenbuch
Seiten: 384
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-442-26633-3


Reihe: Die Tochter des Magiers; Band 3
Weitere Titel der Reihe: Die Diebin (1) ; Die Gefährtin (2) ; Die Erwählte
 

Erster Satz


 "Leichte Wellen schlugen gegen den Bug der Garbe."


Klappentext


Maru und Tasil haben die Hauptstadt der Akkesch erreicht, doch Numurs Armee steht bereits vor den Toren. Wieder versucht Tasil, alle gegeneinander auszuspielen - aber diesmal hat er seinen Meister gefunden. Währenddessen forscht Maru nach, wie sie Utukku davon abhalten kann, tatsächlich alle Akkesch zu vernichten. Sie ahnt nicht, wie weit die Pläne des Daimon bereits fortgeschritten sind ...


Meine Meinung


Der dritte und letzte Teil über Maru führt uns in die Hauptstadt des Reiches. Nummurs Truppen belagern diese und die Stadt hungert. Und auch die Awathani treibt in den Gewässern nahe der Stadt umher. Zum einen Segen, zum anderen ein Fluch. Zwar traut sich das feindliche Heer nicht anzugreifen, weil sie dafür über den Fluss müssten und beim letzten Angriff die Awathani auftauchte, aber auch Schiffe mit der dringend benötigten Nahrung werden nicht von der Seeschlange verschont. Tasil nutzt die Situation der Stadt natürlich sofort aus. Da die Seeschlange Maru nicht angreift, höchstwahrscheinlich weil sie ein Stück von deren Haut trägt, betätigt sich Tasil als Schmuggler und verkauft Vorräte teuer an die Bewohner der Stadt. Maru ist aber nicht nur vor der Seeschlange geschützt, sie spürt auch wenn diese in der Nähe ist und auch andere Gefahren. Was ihr regelmäßig hilft, denn Feinde hat sie in der Stadt genügend. Nicht nur Uttuku ist in der Nähe, auch die Bewohner der Stadt sind ihr nicht wohl gesonnen, verbreitet sich doch das Gerücht, dass Maru eine Kaschakku, eine böse Magierin, wäre. Die Herrscher der Stadt erfahren bald, dass Tasil unbeschadet den Fluss überqueren kann, und setzen ihn als Unterhändler ein, um über Frieden zu verhandeln. Natürlich denkt Tasil nur an sich und wie er die Situation ausnutzen kann. Während Tasil also seine Intrigen spinnt, von denen wir als Leser noch weniger mitkriegen als in dem vorherigen Band, geht Maru eigenen Forschungen nach. Allgemein ist Maru viel selbstbewusster geworden. Ich denke, dass liegt auch stark daran, dass Tasil sie nie als Sklavin vorstellt, sondern immer als seine Nichte. Sie sagt selbst, dass sie oft vergisst, dass sie seine Sklavin ist. Maru versucht mit Hilfe des Schreibers Temu mehr über Uttuku und ihren Vater herauszufinden. Temu erscheint anfänglich sehr verwirrt und in seiner eigenen Welt gefangen. Er lässt sich leicht ablenken. Erst im Laufe der Geschichte zeigt sich, dass Temu, obwohl er ständig über andere grad unwichtige Dinge nachdenkt, ein sehr helles Köpfchen ist. Und auch alte Bekannte wie der Erzähler Bireths und die Kräuterfrau Wika tauchen wieder auf und helfen Maru. Sowie zwei Maghai, von denen einer Maru wohlgesonnen ist, während der andere dem Kodex der Bruderschaft folgen und Maru töten will.

Wenn ich Marus Verhalten mit dem aus dem ersten Band vegleiche, zeigt sich deutlich eine Entwicklung. Sie ist viel selbstbewusster geworden und handelt zum Teil offen entgegen den Wünschen von ihrem Herrn Tasil. Besonders als sie herausfindet, was Tasil ihr ins Essen mischt, hinterfragt sie alle Gedanken und Handlungen, die sie zugunsten Tasil macht. Auch ihre magischen Kräfte werden immer stärker. Tasil, der mir im zweiten Buch sympathischer wurde, zeigt hier wieder sein wahres Gesicht. Das Leben anderer ist ihm völlig egal und als ich vom Deal mit Uttuku erfahren habe, ist er völlig für mich gestorben.

Das Ende der Trilogie hat allerdings viele Fragen unbeantwortet gelassen. Bireths taucht nach dem Kampf mit Uttuku auf, aber nur Maru kann ihn sie sehen. Und dann verschwindet er und nur eine Schwarm gelber Schmetterlinge ist zu sehen.  Wer Bireths ist und wieso er soviele Dinge wusste, die er nicht hätte wissen können, bleibt unbeantwortet. Auch das Tasil die Feuerbrunst überlebt, weil er sich hinter Bäumen versteckte ist komisch. Auch das man nicht erfährt, wofür Tasil so viel Silber braucht, war schade. Über Marus Vater oder allgemein die Maghai erhält man auch kaum Informationen. Dabei war das eine der Fragen, die vom ersten Band an im Raum schwebte. Das Ende hört sich nach einer Fortsetzung an, aber ich habe keine neue Trilogie über Maru gefunden. Hätte gerne weitergelesen.


Bewertung





Autor


Torsten Fink wurde 1965 geboren. Er arbeitete lange als Texter, Journalist und literarischer Kabarettist. Er lebt und schreibt heute in Mainz. 


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