{rezension} Mein Herz zwischen den Zeilen


Autor: Jodi Picoult & Samantha van Leer
Verlag: Boje
Einband: Hardcover
Seiten: 286
Sprache: Deutsch
ISBN: 978-3-414-82365-6




Erster Satz


 "Es war einmal in einem fernen Land, da lebten ein tapferer König und eine wunderschöne Königin, die liebten einander si sehr, dass die Menschen - wohin sie auch kamen - alles stehen und liegen ließen, nur um sie vorbeischreiten zu sehen."


Klappentext


Was wäre, wenn die Charaktere in einem Buch ein Eigenleben hätten, solange die Buchdeckel geschlossen bleiben? Ein Eigenleben, das mit der Geschichte des Buchs gar nichts zu tun hat? Erst, wenn das Buch wieder geöffnet wird, gehen die Figuren auf Position und spielen ihre Rolle für die Leser weiter. Und was wäre, wenn einer dieser Charaktere das Buch unbedingt verlassen wollte? Besser noch: Wenn sich eine Leserin in ihn verlieben und beschließen würde, ihm zu helfen?


Meine Meinung


Ein Buch, welches nicht wirklich für meine Altersklasse geschrieben wurde; trotzdem wollte ich es lesen, weil ich die Idee ganz spannend fand.
Das Buch ist in einem einfach zu lesendem Stil geschrieben und es wird abwechselnd aus der Perspektive von Oliver und Deliah erzählt.
Wir lernen als erstes Oliver kennen, der der Prinz in dem Buch innerhalb des Buches ist und der als einziges nicht zufrieden mit seinem Dasein ist. Jedesmal wenn ein Leser das Buch öffnet, ist er neugierig wie die Welt der Leser aussieht und würde gerne in diese wechseln. 
Deliah lebt in der "realen" Welt und spürt eine sehr große Anziehungskraft zu Olivers Märchenbuch, und liest es ständig von Neuem. Deswegen fällt ihr eine unscheinbare Kleinigkeit in den Illustrationen auf, die sonst nicht da war und kurze Zeit später ist sie in der Lage mit Oliver zu reden und will ihm helfen aus dem Buch zu entkommen. Was nach jedem Versuch unmöglicher erscheint. Die Tatsache, dass sie mit dem Buch redet, weckt natürlich den Argwohn von Mutter und Freundin, die ihr die Geschichte, dass das Buch ein Eigenleben hat, nicht glauben, sodass vorallem die Mutter für zusätzlichen Stress in Deliahs Leben sorgt. Wirklich ausgebaut werden die Konflikte mit Freundin und Mutter aber nicht.

Oliver und Deliah sind von Beginn an ineinander verliebt. Deliah liebt Oliver, weil sie denkt, Oliver wäre so wie die Geschichte seinen Charakter beschreibt und Oliver liebt Deliah eigentlich nur, weil er Deliah schön findet. Er weiß schließlich gar nichts von ihr. Dass das wirklich Liebe ist, wage ich mal zu bezweifeln. Im Laufe der Geschichte habe ich nicht das Gefühl, dass die zwei sich wirklich kennenlernen. Die komplette Handlung bezieht sich eher auf die Befreiungsversuche.
Oliver ist mir auch immer unsympathischer geworden. In meinen Augen ist er ziemlich egoistisch. Denkt nur an sich und seine Gefühle und nicht an die von Deliah.
Ich möchte nicht Spoilern, aber zum Ende des Buches hin, wird die Geschichte immer unrealistischer und widerspricht auch der Logik, die im Buch vorherrscht.


Deliah versucht, Oliver rauszuschreiben und die Geschichte zu verändern. Was nicht funktioniert, weil Oliver im Buch bleiben muss und die Geschichte nicht geändert werden kann, weil sie schon in zu vielen Leserköpfen existiert. Edgar kann am Ende den Platz mit Oliver tauschen und noch ganz viel SciFiction reinschreiben. Den Tausch könnte ich ja noch verstehen, weil Oliver auf Edgar basiert, aber warum kann auf einmal die Geschichte geändert werden? SciFiction in einem Märchenbuch? Das passt nicht. Außerdem finde ich die Botschaft, dass sich Edgar in das Buch zurückzieht, weil er in der normalen Welt nicht klar kommt, pädagogisch nicht sinnvoll.

Also das Ende ist für mich völlig unverständlich.

Trotz der Logikfehler und der Tatsache, dass es für mich keine Liebesgeschichte war, weil es in der Beziehung einfach keine Entwicklung gab, gebe ich dem Buch gut gemeinte drei Sterne. Vor allem da dieses Buch in meine Augen eher für Jugendliche im Alter zwischen 12 - 14 Jahren ist und diese vielleicht einen ganz anderen Blick darauf haben.


Bewertung




Autorin


Jodi Picoult, geboren 1967 auf Long Island, studierte in Princeton Creative Writing und in Harvard Erziehungswissenschaften. Seit 1992 schreibt sie mit sensationellem Erfolg Romane. Sie wurde für ihre Werke vielfach ausgezeichnet, beispielsweise mit dem New England Bookseller Award. Ihre Romane erscheinen in 35 Ländern. Jodi Picoult gehört zu den erfolgreichsten und beliebtesten amerikanischen Erzählerinnen weltweit. Sie lebt zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern in Hanover, New Hampshire.
Samantha von Leer ist die Tochter von Jodi Picoult, sie geht noch auf die Highschool. Die Idee zu Mein Herz zwischen den Zeilen kam ihr eines Tages im Unterricht. Sie erzählte sofort ihrer Mutter davon, die so begeistert war, dass die beiden daraufhin ihren ersten gemeinsamen Roman schrieben. In ihrer Freizeit spielt Samantha Softball, singt und spielt in Musicals. Außerdem liebt sie es, mit ihren drei Hunden zu spielen. Nach einem von ihnen, Oliver, wurde der Held dieser Geschichte benannt.
 

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