{rezension} Kindsräuber

Autor: Nora Bendzko
Verlag: Selfpublish
Einband: ebook // Seiten: 320
ISBN: 978-3741897238
Erschienen: 03.2017

Reihe: Galgenmärchen
(1) Wolfssucht (2) Kindsräuber (3) Bärenbrut (In Arbeit)



Klappentext


Prag, 1620: Krieg, Hunger und ein Geist mit dem Namen »Rumpelstilzchen« suchen die Stadt heim. Wo immer er erscheint, verschwindet ein Kind.

Alene, die die Gabe besitzt, die Geister der Toten zu sehen, ist ihm bereits vor einem Jahr begegnet. Nun ist sie selbst schwanger. Gequält von der Angst, ihr Kind verlieren zu können, schlägt sie sich im zerrütteten Prag durch. Aber sie scheint nur ein Spielball höherer Mächte zu sein: Wieso tritt ihr lang verlorener Kindheitsfreund Patrik Emil wieder in ihr Leben? Warum will er sie zum König von Prag bringen? Alene muss nach Antworten suchen … doch ihr bleiben nur drei Tage. Denn Rumpelstilzchen hat ihren Tod prophezeit.

Eine dunkelfantastische Thriller-Adaption zur Zeit des 30-jährigen Krieges, angelehnt an das bekannte Märchen der Brüder Grimm: »Rumpelstilzchen«.


Meine Meinung


Nora Bendzko konnte mich schon mit Wolfssucht begeistern und da war klar, dass ich auch ihr anderes Galgenmärchen lesen muss. Und wieder hat sie mich nicht enttäuscht. Kindsräuber fand ich sogar ein klitzekleines bisschen besser. Und das Cover ist ja mal ein düsterer Traum.

Ich glaube, der Name Kindsräuber lässt einen schnell vermuten, welches Märchen hier als Vorlage dient – Rumpelstilzchen. Wir begleiten als Leser Alene. Sie und ihr Vater haben kein leichtes Leben. Vor dem Krieg in die Hauptstadt Prag geflüchtet, ist das einzige Ziel dem Hunger standzuhalten und zu überleben. Mit der Ankunft des Königspaars gelangt aber noch ein weiterer Schrecken nach Prag. Ein Geist geht um und alle Mütter, die ihn sehen, fürchten um ihre Kinder. Alene, die von ihrer Mutter eine Gabe geerbt hat, sieht Geister schon ihr Leben lang, aber das Rumpelstilzchen versetzt selbst sie in Panik. Nora Bendzko schafft es durch ihren Schreibstil und die Art, wie sie die Geschichte erzählt, die Verzweiflung und Angst von Alene für mich nachvollziehbar zu machen. Ich habe mit ihr mitgefiebert, konnte ihre Beweggründe nachvollziehen und war gespannt darauf, welches Geheimnis das Rumpelstilzchen umgibt. Denn dass es eine vollkommen andere Richtung einnimmt, wie das Originalmärchen war mir sehr schnell klar. Die Wendungen in der Geschichte und das Ende konnten mich immer wieder überraschen.

Ich werde jetzt nicht verraten, wer alles die Gegner von Alene sind, aber ich fand diese toll gezeichnet und am Ende war ich erschrocken und gleichsam fasziniert, wie weit die Menschen dort gegangen sind, um Geheimnisse zu wahren und welch Grausamkeiten sie dafür in Kauf nehmen. Kindsräuber verschweigt diese Grausamkeiten nicht. Sie werden ausreichend beschrieben, sodass ich nur die Augen schließen brauche und Bilder entstehen.

Aber es gibt auch schöne Seiten in der Geschichte. Alene hat nicht nur Gegner, sondern auch Freunde, die ihr helfen und so die Hoffnung auf einen guten Ausgang der Geschichte schüren. Und in all dem Leid findet sich auch Liebe.


Fazit


Kindsräuber empfehle ich allen, die Lust haben auf eine schaurig-schöne Geschichte, in der der Leser mit Alene um ihr Leben fürchten muss und es nur eine kleine Hoffnung gibt, das Geheimnis um Rumpelstilzchen rechtzeitig zu lösen.

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